Kauf des Nachrichtensenders
RTL übernimmt n-tv komplett

Der Kölner Privatsender RTL will n-tv vollständig übernehmen und die Anteile von CNN erwerben. Mit Unterstützung des Branchenführers soll der Nachrichtensender die Konkurrenz einholen. Verhindern können den Kauf höchstens noch die Kartell- und Medienbehörden.

HB KÖLN. RTL übernehme vom Mitgesellschafter CNN dessen 50 Prozent an n-tv und stocke damit die eigene Beteiligung auf 100 Prozent auf, teilte RTL am Donnerstag in Köln mit. Zum Kaufpreis machte ein Sprecher keine Angaben. Der Kauf sei den Kartell- und Medienbehörden am Donnerstag zur Genehmigung vorgelegt worden. Das Bundeskartellamt bestätigte den Eingang der Anmeldung. Nach Erhalt der kompletten Unterlagen werde die Wettbewerbsbehörde den Kauf einen Monat lang prüfen.

n-tv wurde im November 1992 gegründet. Die Bertelsmann-Tochter RTL und CNN sind seit Ende 2002 Gesellschafter von n-tv. „n-tv ist ein wichtiges Mitglied unserer komplementär aufgestellten Senderfamilie“, sagte die Chefin der deutschen RTL-Sendergruppe, Anke Schäferkordt. Die Übernahme gebe n-tv den nötigen Handlungsspielraum für die strategischen Aufgaben der Zukunft. Für RTL sei die Mehrheitsbeteiligung an Tochtergesellschaften grundsätzlich interessant, sagte der Sprecher. n-tv sei auf einem guten Weg. Änderungen, etwa am Programm, seien nicht geplant.

n-tv gehört neben dem Privatsender RTL, RTL 2, VOX und Super RTL zur deutschen Senderfamilie von Europas größtem TV-Konzern RTL mit Sitz in Luxemburg. Der Sender RTL war mit einem Anteil von 15,9 Prozent im werberelevanten Markt der 14- bis 49-jährigen Fernsehzuschauer in den ersten drei Quartalen dieses Jahres in Deutschland führend.

Bei n-tv mit dem Standort Köln arbeiten bundesweit rund 200 Beschäftigte. Mit den Schwerpunkten Nachrichten, Wirtschaft und Talk erreicht n-tv täglich mehr als 5 Millionen Zuschauer. Im Jahr 2004 ist n-tv von Berlin in ein modernes Sendezentrum nach Köln gezogen und unterhält weitere Büros in Berlin und Frankfurt. Der Sender brachte es in den ersten drei Quartalen dieses Jahres in Deutschland auf einen Zuschauermarktanteil von 0,6 Prozent und lag damit hinter dem konkurrierenden Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe, N24, der 0,8 Prozent schaffte.

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