Kauf von Callidus Software SAP rüstet sich im Kampf gegen Salesforce

Jahrelang hielt sich SAP zurück – nun plant der Softwareriese den nächsten großen Deal: Er will den Cloud-Spezialisten Callidus Software kaufen. Das lässt die durchwachsenen Zahlen für das vierte Quartal fast vergessen.
Update: 30.01.2018 - 09:53 Uhr 1 Kommentar
SAP: Softwarekonzern rüstet sich im Kampf gegen Salesforce Quelle: dpa
SAP-Zentrale in Walldorf

Das Geschäft mit dem Cloud-Computing wird für den Software-Konzern immer wichtiger.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit einer großen Übernahme will SAP den Konkurrenten Salesforce in Schach halten: Der deutsche Softwarekonzern hat am Dienstag angekündigt, das US-Unternehmen Callidus Software für 2,4 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Dabei handelt es sich um einen Spezialisten für Kundenbeziehungsmanagement (englisch: CRM), der mit seinen Lösungen den Vertrieb unterstützt.

Der Vorstand von Callidus Software habe dem Angebot bereits zugestimmt, teilte SAP mit. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 36 Dollar pro Aktie, was einem Aufschlag von 21 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis des vergangenen Monats entspricht. Die Unternehmen wollen den Deal im zweiten Quartal abschließen. Die Zustimmung der Kartellbehörden und der Callidus-Aktionäre steht aber noch aus.

Der Dax-Konzern gab den Plan just an dem Tag bekannt, an dem er auch die Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2017 vorlegt. Womöglich kein Zufall: Er lieferte zwar das versprochene Wachstum im Zukunftsgeschäft Cloud-Computing, erfüllte aber in anderen Bereichen nicht die Erwartungen und litt zudem unter dem hohen Euro-Kurs.

Callidus Software bietet ein Paket für Verkaufsspezialisten an, das in der Cloud läuft – Kunden greifen also über das Internet darauf zu. Es beinhaltet Lösungen fürs Sales Performance Management (SPM), um Vertriebler zu steuern und zu bewerten, und fürs Configure-Price-Quote (CPQ), wo es um die Preisgestaltung bei komplexen Produkten geht. Es handle sich um die „innovativste Firma in diesem Bereich“, sagte SAP-Chef Bill McDermott.

Nach Einschätzung von Experten ist Callidus Software eine gute Ergänzung für SAP. Das Portfolio sei sehr breit, sagte der Analyst John Bruno vom Marktforscher Forrester Research dem Handelsblatt. „Mit diesem einen Deal schließt SAP viele Lücken mit eigenen Angeboten.“ Für die Kernkundschaft des Softwarekonzerns, etwa in der Fertigung und im Maschinenbau, sei das ein wichtiges Signal.

Gleichzeitig stärkt SAP das Cloud-Geschäft. Der Konzern habe die wohl größten Vertriebstruppen außerhalb der USA, sagt SAP-Vorstand Robert Enslin dem Handelsblatt – sie könnten die Dienste von Callidus nun international vermarkten. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von rund 200 Millionen Dollar bei 19 Millionen Dollar Verlust. Mehr als 80 Prozent stammten aus dem Heimatmarkt.

Für SAP ist es der zweite Deal in Sachen CRM binnen weniger Monate: Im September übernahm der deutsche Konzern für rund 350 Millionen Dollar das US-Unternehmen Gigya, mit dessen Software Unternehmen wie Online-Händler Kundenprofile im Netz verwalten können. Die Pläne sind ambitioniert: Ziel sei es, die Nummer 1 zu werden, sagte SAP-Manager Enslin, der seit April 2017 die Cloud Business Group leitet und damit künftig auch für Callidus verantwortlich ist.

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1 Kommentar zu "Kauf von Callidus Software: SAP rüstet sich im Kampf gegen Salesforce"

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  • Habe nie verstanden was eine Cloud ist, scheint aber gefährlich zu sein.

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