Kauf von Doubleclick
Google lehrt Konkurrenz das Fürchten

Der Suchmaschinen-Primus Google hat die Internet-Werbefirma Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar übernommen – ein hoher Preis, wie Branchenkenner finden. Doch Google muss goldrichtig gehandelt haben, wenn man die Reaktion der Konkurrenten betrachtet. Es herrscht regelrechte Angst in der Branche, selbst bei mächtigen Konzernen.

HB/tor NEW YORK. Vertreter des Software-Anbieters Microsoft und des Telekom-Konzerns AT&T warnten vor einer Einschränkung des Wettbewerbs bei Internet-Werbung. Manager mehrerer Unternehmen hätten am Telefon beraten, wie man die US-Kartellbehörden zu einer harten Prüfung des Doubleclick-Kaufs bewegen könnte, berichtete das „Wall Street Journal“ am Sonntagabend in seiner Online-Ausgabe. Microsoft sei Wortführer des Widerstandes, habe es bei einigen Unternehmen geheißen.

Google hatte mit einem Preis von umgerechnet 2,3 Mrd. Euro Microsoft und den Internet-Konzern Yahoo im Kampf um Doubleclick ausgestochen. Mit dem Kauf dringt Google weiter in den Markt für grafische Werbung auf Internetseiten vor, also Werbung mittels Bildern und Videos. So genannte Display-Anzeigen machen heute etwa 34 Prozent des gesamten Online-Werbemarktes aus. Bislang ist Yahoo hier führend. Google ist dagegen Marktführer bei Textanzeigen, die direkt neben die Suchergebnisse platziert werden.

Microsoft-Chefjurist Brad Smith kritisierte im „Wall Street Journal“, der Doubleclick-Kauf führe die beiden größten Anbieter von Internet-Werbung zusammen und schränke erheblich den Wettbewerb in der Branche ein. Google und Doubleclick würden zusammen mehr als 80 Prozent der Werbung umschlagen, die ein Internet-Nutzer sieht, wenn er eine Website ansteuert, argumentierte er. AT&T-Manager Jim Cicconi rief die Wettbewerbsbehörden zu einer aufmerksamen Prüfung des Deals auf. Es entstehe der Eindruck, dass Google sich in eine dominierende Position als einziger Vermittler von Werbung im Internet bringen wolle. Google dagegen zeigt sich zuversichtlich, die Zustimmung der US-Kartellbehörden für das Geschäft zu bekommen.

Microsoft wollte Doubleclick selbst kaufen, hatte sich in der vergangenen Woche aber aus dem Bietergefecht zurückgezogen, als die Kaufsumme die Marke von 2 Mrd. Dollar überstieg. Der Softwarekonzern versucht derzeit, in das Online-Anzeigengeschäft einzusteigen. Anfangs hatten auch Yahoo und der AOL Interesse an Doubleclick gezeigt. Die Private-Equity-Firma Hellman & Friedman hatte Doubleclick vor zwei Jahren für 1,1 Mrd. Dollar mehrheitlich übernommen und das Unternehmen nun weiterverkauft.

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