Kauf von Komprimierungsspezialisten
Ericsson setzt auf Internet-Fernsehen

Der schwedischer Mobilfunkkonzern Ericsson signalisierte am Montag Interesse an Tandberg Television. Doch es gibt noch andere Angebote, die Branche erwartet einen Bieterkampf. Der Kauf des norwegischen Spezialisten für Datenkomprimierung wäre eine wichtige Erweiterung von Ericssons Multimediasparte.

STOCKHOLM. Der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzen, der schwedische Konzern Ericsson, will seine Position im schnellwachsenden Markt für Internet-Fernsehen (IP-TV) ausbauen: Dazu legte das Unternehmen am Montag ein Übernahmeangebot für den norwegischen Spezialisten für digitale Audio- und Videokompressionsverfahren, Tandberg Television, in Höhe von 9,8 Mrd. Kronen (1,05 Mrd. Euro) vor. Noch ist nicht klar, ob Ericsson das Rennen um Tandberg Television gewinnen wird, denn bereits Mitte Januar hatte der amerikanische Ausrüster für Breitband-Kommunikation, Arris, ein Übernahmeangebot für Tandberg Television präsentiert. Analysten schließen einen Bieterkampf um den norwegischen Konzern nicht aus.

Ericsson bietet den Tandberg Television-Aktionären 106 Kronen (13,14 Euro) je Aktie und hat nach eigenen Angaben bereits 11,7 Prozent der Tandberg Television-Aktien gekauft sowie Verkaufszusagen über weitere 13 Prozent. Der US-Konzern Arris hatte im Januar nur 96 Kronen je Aktie geboten. Damals empfahl die Tandberg-Konzernleitung den eigenen Aktionären die Annahme der amerikanischen Offerte.

Gestern bezeichnete ein Tandberg Television-Sprecher den Ericsson-Vorstoß als „nicht abgesprochen“. Man wolle sich das Übernahme-Angebot der Schweden nun in Ruhe anschauen. An der Börse in Oslo scheinen die Anleger davon überzeugt zu sein, dass sich Arris nicht geschlagen gibt und es zu einem Bieterkampf kommt: Die Tandberg-Aktie schoss bis zum Nachmittag um fast zwölf Prozent nach oben und lag mit 112 Kronen über dem Ericsson-Angebot. Ericsson dagegen stieg in Stockholm nur leicht.

Arris will die konkurrierende Ericsson-Offerte erst einmal auswerten, teilte das US-Unternehmen gestern Nachmittag mit. Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg sagte in Stockholm, er rechne in den kommenden Wochen mit einer Entscheidung und wolle den Deal im zweiten Quartal dieses Jahres abschließen.

Das Arris-Übernahmeangebot hatten Analysten als viel zu niedrig bezeichnet. Die Experten der dänischen Jyske Bank meldeten gestern erneut Zweifel an, ob das Ericsson-Angebot angenommen wird. Sie schließen ebenso wie die Experten des Stockholmer Marktforschungsunternehmens Redeye einen Bieterstreit nicht aus, bei dem Ericsson sein Angebot noch einmal nachbessern müsste.

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