Kauf von Suddenlink
Altice steigt mit Milliardendeal in US-Kabelmarkt ein

Der französische Kabelbetreiber Altice drängt auf den US-Markt. Dazu steckt der Konzern mehrere Milliarden in das Unternehmen Suddenlink. Das könnte für die Franzosen aber nur der erste Schritt sein.
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ParisNach der milliardenschweren Übernahme der US-Firma Suddenlink streckt der Kabelbetreiber Altice die Fühler nach dem amerikanischen Branchenriesen Time Warner Cable aus. „Altice ist sehr scharf auf Time Warner Cable“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch zu Reuters. Es gebe fortlaufende Gespräche. Den ersten Schritt über den Teich setzten die Franzosen am Mittwoch mit dem Kauf des Regional-Anbieters Suddenlink Communications für 9,1 Milliarden Dollar. Beobachter sehen in diesem Geschäft einen weiteren Hinweis dafür, dass Altice-Gründer und Milliardär Patrick Drahi nun wirklich ernst macht, ein Imperium aus Kabel- und Mobilfunk-Firmen zu schmieden.

Diese Vision kommt bei Anlegern gut an: Die Altice-Aktie stieg in Amsterdam um fast acht Prozent auf ein Allzeithoch.

Der US-Kabelmarkt befindet sich momentan im Umbruch. Die jüngsten Fusionen und der Vormarsch besonders schneller Breitband-Verbindungen werden bisher fast ausschließlich mit dem Namen John Malone und seiner Firma Liberty Global in Verbindung gebracht.

Drahi und Malone kennen sich gut: Schließlich hat der Franzose bei dem US-Tycoon und dessen europäischer Kabelfirma UPC sein Handwerk gelernt, bevor er 2001 Altice gründete. Groß geworden ist das Unternehmen mit einer Reihe von Übernahmen. Heute hat die Firma, die bisher hauptsächlich in Israel und Frankreich tätig ist, einen Marktwert von 30 Milliarden Dollar. Nun kommt noch Suddenlink hinzu, das vergangenes Jahr mit rund 1,5 Millionen Kunden 2,3 Milliarden Dollar erlöste. Die bisherigen Anteilseigner - die Investoren BC Partners und CPP Investment Board – der Nummer sieben auf dem US-Markt bleiben mit 30 Prozent beteiligt.

Time Warner Cable (TWC) wäre nach Einschätzung von Analysten für Altice ein sehr großer Fisch. An der Börse ist das Unternehmen 44,5 Milliarden Dollar wert. Erst vor wenigen Wochen hatte US-Marktführer Comcast die geplante Übernahme des Branchenzweiten TWC für 45 Milliarden Dollar abgesagt. Grund war der Widerstand der Aufsichtsbehörden. Altice-Chef Dexter Goei betonte, unterhalb von Comcast sei alles möglich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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