Kaufangebot für Peoplesoft erhöht
Oracle stockt Übernahmeangebot deutlich auf

Mit einem abermals deutlich verbesserten Angebot hat der US-Softwarekonzern Oracle nach eigenen Angaben einen letzten Versuch zur Übernahme des heimischen Konkurrenten PeopleSoft gestartet. Die Offerte beläuft sich damit nun auf 9,4 Milliarden Dollar.

HB FRANKFURT/NEW YORK. Oracle erhöhe das Angebot auf 26 von zuletzt 19,50 Dollar je PeopleSoft-Aktie, teilte der weltweit zweitgrößte Softwarekonzern und SAP-Konkurrent am Mittwoch mit. Ein weiteres Angebot werde nicht gemacht. Das PeopleSoft-Management kündigte an, die neue Offerte zu prüfen. Den Anteilseignern werde zu gegebener Zeit eine Empfehlung gegeben.

Das Unternehmen wehrt sich seit Juni vergangenen Jahres gegen die feindliche Übernahme und hatte die früheren Gebote allesamt als zu niedrig zurückgewiesen. Analysten bezeichneten den neuen Preis als „endlich angemessen“. Ausschlaggebend sei aber, ob die US-Wettbewerbshüter den Zusammenschluss billigen oder ablehnen.

PeopleSoft-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von knapp sechs Prozent auf 23,17 Dollar auf das erhöhte Angebot. Oracle dagegen fielen zwei Prozent auf 13,64 Dollar.

Zum Schlusskurs der PeopleSoft-Aktie von 21,89 Dollar am Dienstag bietet Oracle nun einen Aufschlag von 18,8 Prozent. „Das ist jetzt ein vernünftiges Angebot“, sagte Nathan Schneiderman, Analyst bei Wedbush Morgan Securities. „Das vorherige Angebot war ein schlechtes Geschäft für die Kunden und Aktionäre von PeopleSoft.“ Die erste Übernahmeofferte vom Juni 2003 hatte noch bei 16 Dollar je Aktie gelegen.

Die Anteilseigner sollen in einer verlängerten Frist nun bis zum 12. März entscheiden können, ob sie das Angebot annehmen wollen, wie Oracle mitteilte. Bis dann werde voraussichtlich auch eine Entscheidung des US-Justizministeriums vorliegen, dem die kartellrechtliche Prüfung obliegt.

„Gewiss versucht Oracle das Herz der Aktionäre von PeopleSoft zu gewinnen, aber entscheidend ist das Votum des Justizministeriums“, sagte Cheng Lim, Analyst bei Fulcrum Global Partners. Einer Übernahme müssen neben den US-Kartellbehörden auch die Wettbewerbshüter der Europäischen Union zustimmen, weil beide Unternehmen ihre Produkte in Europa verkaufen.

SAP lehnte eine Stellungnahme zu der verbesserten Offerte ab. Ein Sprecher verwies aber auf Äußerungen von Vorstandssprecher Henning Kagermann, der sich zuletzt gelassen zu dem Übernahmepoker zwischen den beiden US-Konkurrenten gegeben hatte. Der SAP-Aktienkurs zeigte sich kaum beeindruckt von dem erhöhten Angebot und tendierte weiter schwächer. Analysten hatten erwartet, dass verunsicherte Kunden der beiden Streithähne sich SAP zuwenden würden.

Oracle ist auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software bisher zweitgrößter Anbieter hinter der deutschen SAP gewesen. PeopleSoft, die im Juli selbst den kleineren Software-Hersteller J.D.Edwards aufgekauft und damit Oracle den Platz hinter SAP streitig gemacht hatte, wehrte sich unter anderem mit Werbekampagnen vehement gegen die Übernahme. Für den 25. März hat das Unternehmen eine Hauptversammlung einberufen.

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