Kein Aufschwung in Sicht
Fujitsu Siemens dämpft Erwartungen

Fujitsu Siemens stellt sich auf einen schwaches zweites Halbjahr ein. Europas größter Computerhersteller leidet vor allem unter dem schrumpfenden deutschen Markt.

MÜNCHEN. „Die ganze Branche hofft, dass das Geschäft nach den Sommerferien wieder anzieht“, sagte Bernd Bischoff, Chef von Fujitsu Siemens Computers (FSC), dem Handelsblatt. Durchgreifende Besserung sei jedoch nicht zu erwarten: „In Westeuropa ist im Moment eher verhaltenes Wachstum in Sicht.“

Die Branche hat eine Belebung dringend nötig, denn im zweiten Quartal kamen die Anbieter vor allem im wichtigen deutschen Markt schwer in Bedrängnis. Nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner haben die Hersteller hier zu Lande vier Prozent weniger Rechner verkauft als ein Jahr zuvor.

„Große Lagerbestände und übertriebener Optimismus der Wirtschaft haben viele PC-Hersteller dazu verführt, die Nachfrage nach PCs erneut zu überschätzen“, sagte Gartner-Analystin Meike Escherich. So hätten die Deutschen während der Fußball-Weltmeisterschaft eher Fernseher als Computer gekauft. Dazu komme, dass wegweisende Innovationen fehlten.

Unter der Misere in Deutschland hat FSC ganz besonders leiden. Das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Fujitsu-Konzerns und des Münchener Technologieunternehmens Siemens ist der einzige namhafte Hersteller mit Sitz und Produktion in Deutschland. Firmenchef Bischoff: „Dass der Markt zuletzt geschrumpft ist, trifft uns hart, weil Deutschland für uns wichtiger ist als für viele Wettbewerber.“ FSC erwirtschaftet jeden zweiten Euro zwischen Nordsee und Alpen. Die meisten international tätigen Konzerne sind den Launen der deutschen Kunden weit weniger ausgesetzt.

Doch nicht nur FSC ist unter Druck geraten. Auch Weltmarktführer Dell hat zu kämpfen. Jüngst musste der US-Konzern eingestehen, dass die Zahlen im zweiten Quartal nicht so gut ausfallen werden, wie die Analysten erwartet haben. Der Grund: Um im Markt mitzuhalten, habe Dell die Preise stärker senken müssen als zunächst geplant, teilten der texanische Konzern mit.

Für die Branche ist das ein Alarmzeichen, denn Dell glänzte in den vergangenen Jahren stets mit hohen Margen und kräftigem Umsatzwachstum.

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