Kein Gegenangebot geplant
Deutsche Telekom lässt Telefonica bei O2 gewähren

Entgegen anderslautender Spekulationen wird sich die Deutsche Telekom vor dem Kauf des britischen Mobilfunk-Betreibers O2 hüten.

HB FRANKFURT. „Die Deutsche Telekom wird kein Gegenangebot für O2 vorlegen. Dies wäre nicht im Interesse unserer Aktionäre“, sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick am Mittwoch auf Anfrage. Bislang hatte die Telekom jeglichen Kommentar abgelehnt.

Die spanische Telefonica hatte am Montag ein Übernahmeangebot für O2 von umgerechnet 26 Milliarden Euro präsentiert. O2 ist der kleinste Mobilfunkanbieter in Deutschland, weit abgeschlagen hinter Vodafone und T-Mobile. Experten erwarten daher, dass die Spanier nach einer geglückten Übernahme das Geschäft in Deutschland forcieren werden.

Unter anderem die Fondsgesellschaft Union Investment, einer der grrößten Anteilseigner der Deutschen Telekom, hatte den Konzern nach dem Übernahmeangebot von Telefonica unter Zugzwang gesehen. "Durch eine Übernahme von O2 durch Telefonica wird sich der Konkurrenzdruck in Deutschland erhöhen", hatte Fondsmanager Andreas Mark am Dienstag in Frankfurt gesagt.

Nach Einschätzung von Mark wäre ein Angebot der Telekom für O2 konsequent gewesen: "Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hatte zuletzt in einem Interview gesagt, dass zukünftig Umsatzwachstum und die Verteidigung von Marktanteilen Vorrang vor dem operativen Ergebnis haben werden. Nimmt man ihn Wort für Wort, dann müsste die Telekom ein Gegenangebot abgeben."

Die Synergieeffekte wären bei der Telekom höher, da das Unternehmen bereits in Großbritannien präsent sei und damit Investitionen sparen und Verlustvorträge nutzen könnte. Zudem würde der Markt in Großbritannien konsolidiert und die Margen könnten sich verbessern. Telefonica ist bislang nicht in Deutschland und Großbritannien aktiv.

Gegen eine Übernahme von O2 durch die Telekom sprachen jedoch die hohen Wettbewerbshürden. So müssten sich die Bonner von O2 Deutschland trennen, da sie bereits Marktführer in Deutschland sind. "Von Anfang an müsste ein Partner mit ins Boot genommen werden." Wegen der hohen Verschuldung der Telekom wäre ein 100-prozentiges Barangebot unwahrscheinlich. Und gerade das Bargeld macht das Angebot von Telefonica für O2-Aktionäre interessant.

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