Kein Grund für große Euphorie
Intel sieht weiter hohe Nachfrage im Notebook-Bereich

Die starke Nachfrage nach Spezialprozessoren für Notebooks wird Intel- Westeuropa-Chef Jürgen Thiel zufolge weiter anhalten. Trotz über den Erwartungen liegenden Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal ist nach Einschätzung des Managers ein durchgreifender Aufschwung in der nun seit über zwei Jahren krisengeschüttelten Chipbranche noch nicht in Sicht.

Reuters MÜNCHEN. „Es gibt keinen Grund, in große Euphorie zu verfallen“, sagte Thiel am Mittwoch im Gespräch mit Reuters. „Man muss jetzt einmal abwarten, wie das gesamte Jahr aussieht. Dann wird man erkennen können, ob das ein Trend wird.“ Den Rückgang des europäischen Umsatzanteils an den gesamten Konzernerlösen begründete der Manager mit saisonalen Effekten insbesondere bei privaten Kunden. Im Flash-Bereich, wo zuletzt die Auslieferungen sanken, will Intel Thiel zufolge über verbesserte Produkte und möglicherweise auch Preissenkungen Marktanteile zurückgewinnen.

Intel hatte in der Nacht zum Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und dank einer hohen Nachfrage nach Mikroprozessoren den Umsatz auf 6,82 (Vorjahresquartal 6,32) Mrd. Dollar gesteigert. Der Gewinn verdoppelte sich mit 14 (sieben) Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 6,72 Mrd. Dollar und einem Ergebnis von 13 Cent je Aktie gerechnet.

„Generell ist ein extremer Trend zum Mobile-Computing festzustellen“, sagte der Westeuropa-Chef mit Blick auf die Nachfrage nach dem Spezialprozessor Centrino. So werde etwa der Münchener Siemens-Konzern jährlich etwa 20 000 Notebooks mit herkömlichen Prozessoren gegen Centrino-gesteuerte Geräte austauschen. Und auch im Konsumentenbereich gebe es trotz höherer Preise für Laptops reges Interesse. „Wenn sich das in beiden Bereichen weiter so extrem entwickelt, dann sehe ich schon irgendwann ein Verhältnis von 70:30 (zwischen Notebook- und Desktop-Prozessoren).“ Darüber hinaus werde auch das Geschäft mit Server-Prozessoren - wo Intel mit dem Itanium II vertreten ist - zunehmend wichtiger.

Den Rückgang des europäischen Umsatzanteils an den Konzernerlösen auf 21 % nach 24 % im ersten Quartal begründete Thiel mit saisonalen Effekten. Insbesondere Privatkunden, die je nach Land 40 bis 50 % des Umsatzes beisteuerten, hielten sich im zweiten Quartal traditionell mit Käufen zurück. „Eine generelle Verunsicherung der Verbraucher sehen wir nicht unbedingt“, fügte er hinzu.

Im Segment Flash-Chips - Speicher, die ohne Stromzufuhr Daten sichern - musste Intel nach eigenen Angaben im zweiten Quartal wie auch bereits im Vorquartal Absatzeinbußen hinnehmen. Gerade im unteren Produktbereich tobe nach wie vor ein Preiskampf, sagte Thiel. „Der Flash-Bereich ist sicherlich einer, wo wir uns in den kommenden Monaten anstrengen müssen, um Marktanteile zu gewinnen.“ Hier wolle man zum einen auf Technologieinnovationen setzen, zum anderen seien auch Preissenkungen möglich.

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