Keine Dividende für 2004
Jenoptik-Chef rechnet mit Aufwärtstrend 2005

Der Chef des größten ostdeutschen Technologiekonzerns Jenoptik, Alexander von Witzleben, rechnet 2005 nach der Sanierung der Verlustsparte Gebäudetechnik mit einem weiteren Aufwärtstrend.

HB JENA. „Wir haben einen Auftragsbestand, der trotz Unsicherheiten in der Halbleiterindustrie eine solide Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis erwarten lässt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG in einem dpa-Gespräch in Jena. Der 41-Jährige bekräftigte die Prognose, wonach das Unternehmen 2004 einen Umsatz von „deutlich über 2,0 Milliarden Euro“ erwirtschaften wird.

Mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 45 und 60 Millionen Euro soll die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft werden. Die Aktionäre des Unternehmens, zu denen auch das Land Thüringen gehört, können allerdings nach 2003 auch für 2004 nicht mit einer Dividende rechnen. „Das wäre das falsche Signal“, sagte von Witzleben. Der Gewinn soll nach Ansicht des Vorstandes genutzt werden, um die Finanzlage des Unternehmens zu verbessern. „Im Vergleich mit anderen TecDAX-Unternehmen ist unsere Eigenkapitalquote mit rund 25 Prozent zu gering.“ Auch zu künftigen Ausschüttungen äußerte sich der Konzernchef zurückhaltend. „Ob es 2005 so weit ist, muss man sehen.“

Der traditionelle Bereich technische Gebäudeausrüstungen mit einem Umsatzvolumen von einer halben Milliarde Euro wurde in diesem Jahr umgebaut und in einer eigenständigen Gesellschaft zusammengefasst. Die Beschäftigtenzahl in den über das Bundesgebiet verteilten Niederlassungen sank durch Stellenabbau um 250 auf rund 1600. „2005 soll der Bereich wieder profitabel werden.“ Zu Spekulationen über Verkaufsabsichten wollte sich von Witzleben nicht äußern.

Trotz des Arbeitsplatzabbaus in der Gebäudetechnik-Sparte stieg die Beschäftigtenzahl im Konzern in diesem Jahr von 10 400 auf fast 11 000. Neue Arbeitsplätze seien im ingenieurtechnischen Bereich und in der Dienstleistungssparte Gebäudemanagement vor allem in Osteuropa, aber auch in Deutschland entstanden. Neben dem größten Geschäftsbereich Anlagenbau/Reinraumtechnik, der Fabriken vor allem für die Elektronikindustrie baut, setzt von Witzleben auf Expansion im profitablen Optoelektronik-Geschäft mit Lasern und Sensoren. Geplant seien auch weitere Zukäufe.

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