„Keine Einigung ist auch ein Ergebnis.“
Telekom und Verdi bleiben länger am Verhandlungstisch

Im Konflikt um die Auslagerung von rund 50 000 Beschäftigten ringen die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi weiter um einen Kompromiss.

HB BAD NEUENAHR. Zwar gaben sich beide Parteien zuversichtlich, zu einer Einigung zu kommen. Die Gespräche würden aber bis weit in die Nacht dauern und sollten am Mittwochmorgen fortgeführt werden, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstagabend. Gegen neun Uhr könnte dann ein Ergebnis verkündet werden.

Am Mittwoch trifft in Köln die Große Tarifkommission von Verdi zusammen, um ein mögliches Verhandlungsergebnis zu bewerten und eine Empfehlung für eine Urabstimmung zu geben, um die wochenlangen Streiks zu beenden. „Wir halten an dem Zeitplan fest“, sagte Verdi-Streikleiter Wilhelm. Trotz der positiven Signale in Richtung eines Gesamtkompromisses schloss er ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus. „Keine Einigung ist auch ein Ergebnis.“

Am Montag hatten die Parteien einen wichtigen Schritt in Richtung einer Einigung gemacht. Verdi und Telekom vereinbarten vorbehaltlich einer Gesamtlösung einen Kündigungsschutz bis Ende 2012. Der Konzern hatte eine Jobgarantie bis Ende 2011 vorgeschlagen.

Doch damit sind längst nicht alle strittigen Punkte aus dem Weg geräumt. Heftig gerungen wird noch um die Arbeitszeit, die Gehälter und die Einstiegsvergütungen. Verdi befürchtet einen Verkauf der Gesellschaften. Die Telekom hat bisher zugestanden, bis Ende 2010 darauf zu verzichten.

Streikleiter Wilhelm sprach von sechs größeren Baustellen, die noch zu bearbeiten seien. Die Gewerkschaft werde keine faulen Kompromisse eingehen. Die Beschäftigten dürften in den neuen Gesellschaften nicht weniger Geld in den Taschen haben als vorher, bekräftigte er.

Bereits zum 1. Juli sollen die betroffenen Mitarbeiter in den neuen Telekom-Tochterfirmen arbeiten. Ohne eine Einigung mit Verdi will ihnen der Konzern Tarifgehälter anbieten, wie sie in anderen Konzerngesellschaften gelten - mit zum Teil schlechteren Konditionen als den bisher angebotenen.

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