Keine iPad-Abos mehr
Apple verärgert deutsche Verlagshäuser

Der kalifornische Hightech-Gigant Apple zeigt den deutschen Zeitungsverlagen die kalte Schulter. So dürfen Axel Springer und DuMont Schauberg keine Abos mehr in Verbindung mit einem iPad verkaufen. Eine entsprechende Zusage wurde von Apple zurückgezogen. Die Verärgerung in der Verlagsbranche ist kurz vor Weihnachten entsprechend groß.
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DÜSSELDORF. Apple hatte sowohl dem Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Welt") als auch anderen Verlagen wie DuMont Schauberg ("Frankfurter Rundschau") ursprünglich eine Zusage gegeben, den beliebten Tablet-PC namens iPad in einem Paket mit Zeitungsabonnements vertreiben zu können.

Diese Vereinbarung ist nun geplatzt. "Wir hatten bereits ein klare Zusage von Apple", sagte Hans-Joachim Fuhrmann, Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes BDZV in Berlin. "Die Enttäuschung der Verlage ist nach der Absage natürlich groß." Ohne Angabe von Gründen habe sich aber der US-Computerhersteller doch anders entschieden. Apple war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. DuMont Schauberg wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Verärgerung in der Verlagsbranche ist groß. "Alle hatten sich schon riesig auf das Weihnachtsgeschäft gefreut. Doch dann kam plötzlich die Absage", sagte ein Beteiligter in Berlin. Die Verlage sehen sich als natürlicher Bündnispartner von Apple. Unter Hochdruck arbeiten sie seit Monaten an kostenpflichtigen Apps. Mit Bezahlinhalten, die über Apples Online-Laden iTunes vertrieben werden, wollen die Verlage den sinkenden Einnahmen im Printgeschäft begegnen. Es sind aber nicht nur Branchenriesen wie Axel Springer oder DuMont Schauberg, die auf einen schnelle Partnerschaft mit Apple drängen, sondern auch Regionalverlage wie die "Heilbronner Stimme" oder die "Schwäbische Zeitung".

Brancheninsider vermuten, dass Apple im kalifornischen Hauptquartier in Cupertino bereits die Einführung eines Abonnement-Dienstes für Zeitungen und Magazine über iTunes vorbereiten will. Nur Medien-Apps, die über diesen Service - bei dem Apple einen Teil der Abo-Gebühren für sich verbucht - vertrieben werden, könnten mit einem subventionierten Gerät verkauft werden. Den Informationen zufolge wird der neue Dienst zusammen mit der geplanten iPad-Zeitung "The Daily" von Rupert Murdochs News Corp starten. Murdoch soll in das Projekt rund 30 Millionen Dollar investieren, das Anfang 2011 auf den Markt kommen soll.

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