Keine Mindestannahmequote bei Ixos-Offerte: Open Text übt sich in neuer Bescheidenheit

Keine Mindestannahmequote bei Ixos-Offerte
Open Text übt sich in neuer Bescheidenheit

Die kanadische Softwarefirma Open Text verzichtet bei der geplanten Übernahme des Münchener Unternehmens Ixos auf eine Mindestannahmequote. Grund dafür ist offenbar die zögerliche Resonanz von Seiten der Aktionäre.

HB MÜNCHEN. Drei Tage vor Ablauf der Frist hätten gut 42 % der Ixos-Aktionäre das Angebot angenommen, teilte Open Text am Mittwoch in München mit. Die Kanadier hatten ursprünglich als Ziel 67 % genannt, damit die Offerte wirksam wird - andernfalls wäre ein Rückzug möglich geworden. Auf diese Option will Open Text nun verzichten. Die Mindestannahmequote von 67 % werde aufgegeben. Damit verlängere sich die Annahmefrist für die Aktionäre zudem vom 16. auf den 30. Januar.

Gerade institutionelle Anleger warten häufig bis zum letzten Moment, bevor sie einer Übernahmeofferte zustimmen. Dabei wird zum Teil darauf spekuliert, dass der Bieter seine Offerte nochmals aufbessert - insbesondere dann, wenn es gewisse Zielmarken gibt, die noch nicht erreicht sind. Mit dem Verzicht auf eine Mindestannahmequote könnte Open Text solche Mechanismen zumindest theoretisch ausschließen.

Ein Ixos-Sprecher bezeichnete es als spekulativ, dass die Annahme der Offerte unter Erwartung verlaufe. Bei Open Text war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. In der Mitteilung hieß es, das Unternehmen wolle nach den über den Schätzungen von Analysten liegenden Zahlen für das vierte Quartal, die vergangene Woche veröffentlicht wurden, den Ixos-Aktionären weitere Bedenkzeit geben.

Diese haben die Wahl zwischen einer Bar-Abfindung von neun Euro oder einer Alternativofferte aus Aktien und Optionen von Open Text. Da sich im Zuge des guten Quartalsergebnisses auch der Kurs der Kanadier verbessert hat, gewinnt das alternative Angebot an Attraktivität. Im Oktober hatte Open Text mit Zustimmung des Ixos-Managements angekündigt, das auf die Archivierung von Dokumenten spezialisierte Unternehmen kaufen zu wollen. Je nach Entscheidung der Aktionäre soll der Kaufpreis zwischen 199 und 223 Mill. € liegen.

Die Ixos-Aktie gab am Mittwoch 1,3 % auf 10,62 € nach, lag damit aber deutlich über der gebotenen Barabfindung von neun Euro.

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