Keine Zukunft für den Smartphone-Pionier
Blackberry prüft den eigenen Verkauf

Blackberry ringt um seine Zukunft: Ein Sonderkomitee soll Zukunftsszenarien für den angeschlagenen Smartphone-Hersteller durchspielen. Ein Verkauf des Unternehmens wird jetzt doch möglich, ein Zeichen der Resignation.
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New YorkDer Druck von Apple und Samsung wird zu groß: Der strauchelnde Smartphone-Pionier Blackberry spielt angesichts wegbrechender Marktanteile Alternativen durch. Auch ein Verkauf wird dabei nicht ausgeschlossen. Ein Sonderkomitee werde prüfen, wie das Unternehmen erfolgreich sein könne, teilte der vom Deutschen Thorsten Heins geführte Konzern am Montag mit.

Blackberry war einst neben Nokia Handy-Platzhirsch und bei der Email-Abfrage via Handys sogar führend. Der Siegeszug von Apples iPhone und dem Betriebssystem Android von Google, das auf Samsungs Galaxy-Geräten läuft, hat die Kanadier aber dramatisch zurückgeworfen. Der Börsenwert ist binnen fünf Jahren von 84 auf fünf Milliarden Dollar eingebrochen. Reuters hatte am Freitag von Insidern erfahren, dass der Konzern deswegen den Rückzug von der Börse erwägt, um das Unternehmen in Ruhe zu sanieren.

Die Anleger reagierten positiv auf die Gedankenspiele: Blackberry-Aktien verteuerten sich am Montag zu Handelsbeginn um 4,5 Prozent.

Das Sonderkomitee solle prüfen, ob Blackberry per Joint Venture, strategischer Partnerschaft oder mit anderen Allianzen vorankommen könne, hieß es. Auch ein Verkauf oder andere mögliche Transaktionen seien denkbar. Das Unternehmen findet seit längerem keine Antwort darauf, wie es schnell Marktanteile zurückgewinnen kann. Zusätzlich sorgten zuletzt Verzögerungen bei der Einführung des wichtigen Modells „Blackberry 10“, Probleme im Management, andauernde Quartalsverluste und ein Stellenbau für schlechte Stimmung.

Zum Jahreswechsel 2012/13 hatte das Unternehmen zwar dank Kostensenkungen überraschend schwarze Zahlen geschrieben. Doch erwies sich das im weiteren Verlauf als Strohfeuer, im abgelaufenen Quartal stand erneut ein Verlust zu Buche. Analysten fragen sich, ob Blackberry - ähnlich wie Nokia - die Wende zum Besseren noch schaffen kann. Auch nach der Erklärung vom Montag bleiben Experten skeptisch: „Wir können uns nicht vorstellen, dass es irgendwelche Änderungen gibt, die Blackberry helfen könnten, den drastischen Verlust an Marktanteilen oder den Umsatzverfall bei Dienstleistungen rückgängig zu machen“, sagte Tim Long, Analyst bei BMO Capital Markets.

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Es gab bereits Übernahmegerüchte

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