Kindersender in Europa und Asien geplant
EM.TV wieder auf Einkaufstour

Nach Jahren der Sanierung geht EM.TV in die Offensive. Das Medienunternehmen will neue Kindersender in Europa und Asien gründen.

HB CANNES. „Wir sind in verschiedenen Ländern in Verhandlungen über digitale Kanäle", sagte Vorstandschef Werner Klatten dem Handelsblatt. „Wir wollen noch in diesem Jahr unsere Aktivitäten mit digitalen Kanälen außerhalb von Deutschland verstärken", berichtete der Konzernchef auf der Filmmesse Mip-TV in Cannes. Seit Jahren betreibt die EM.TV den Kindersender Junior auf der Plattform des Bezahlsenders Premiere, die auch Vorbild für die Expansion ins Ausland sein soll.

Wie Klatten gestern ankündigte, plant EM.TV Zukäufe in der Kinder- und Jugendfilmbranche. „Wir haben ausreichend Liquidität, um sinnvolle Zukäufe zu tätigen", kündigte der frühere Kirch-Manager an. Nach Unternehmensangaben stehen über 60 Mill. Euro für die Einkaufstour zur Verfügung. An geeigneten Kandidaten fehlt es offenbar nicht. „Wir werden von der Konsolidierung der Branche im In- und Ausland profitieren“, ist sich Klatten sicher. Namen von möglichen Übernahmekandidaten wollte der frühere „Spiegel“-Manager aber nicht nennen. Er sagte nur: „ Fußkranke kommen für uns nicht in Betracht.“

Mit der neuen Strategie, das Kinderfilmgeschäft nach Jahren des Niedergangs wieder auszubauen, will sich EM.TV ein zweites starkes Standbein neben dem Sportgeschäft schaffen. „Wir wollen wieder wachsen“, sagte Klatten. Derzeit erwirtschaftet EM.TV mehr als vier Fünftel seines Umsatzes mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF), der Sport-Produktionsfirma Plazamedia und dem Internetportal Sport 1.

Viele börsennotierte Unternehmen im Kinderfilmgeschäft kämpfen seit langem ums Überleben. Bei RTV Familiy Entertainment, die ihre Filme bereits über EM.TV vertreiben lassen, sieht es schlecht aus. Die Erlöse der Tochter des Ravensburger Verlags sanken von 24 Mill. Euro auf nur noch neun Mill. Euro. Auch der Kinderfilm-Produzent TV Loonland musste trotz eines harten Sparkurses im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,7 Mill. Euro hinnehmen. Anfang April versprach die neue Vorstandschefin Selma Käppel für das laufende Jahr eine „schwarze Null“. In Cannes läuft das Geschäft nach Unternehmensangaben Dank verschiedener Abschlüsse gut. Die jüngste Loonland-Produktion „Heidi“ sei beispielsweise an zahlreiche Sender international verkauft worden, darunter an Mediaset in Italien und Disney in Asien. In der Vergangenheit gab es bereits Spekulationen um eine mögliche Übernahme durch EM.TV, die aber von TV Loonland dementiert wurden.

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