Kindersender
Super RTL baut bis zu 15 Prozent der Stellen ab

Der Kindersender Super RTL schlägt einen Sparkurs ein. Der Kölner Kanal wird über ein freiwilliges Ausstiegsprogramm rund 15 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen. Der Sender reagiert damit auf den harten Wettbewerb.
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DüsseldorfDeutschlands führender Kindersender Super RTL verordnet sich einen Sparkurs. Der Kölner Kanal wird über ein freiwilliges Ausstiegsprogramm rund 15 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen. Dabei geht es um bis zu 20 Stellen. Das erfuhr das Handelsblatt aus RTL-Kreisen. Derzeit beschäftigt der Sender 130 Mitarbeiter.

„Nach vielen Jahren des Wachstums und der hohe Rendite haben wir auch ein wenig Speck angesetzt“, sagte der seit 13 Jahren amtierende Geschäftsführer Claude Schmit dem Handelsblatt. Er setzt zunächst auf ein freiwilliges Ausscheiden. Noch ist keine Kündigung ausgesprochen worden. „Ich hoffe in allen Fällen auf eine einvernehmliche Lösung“, sagte Schmit.

Super RTL reagiert mit dem Stellenabbau auf einen schärfer werdenden Wettbewerb. Im Januar 2014 will der Medienriese Disney seinen werbefinanzierte Kindersender Disney Channel starten. Das hat Folgen für den bisherigen Marktführer Super RTL. Mit dem Stellenabbau soll die Rendite gesichert werden.

Bislang teilen sich Disney und der Fernsehkonzern RTL Gewinne. Denn Super RTL gehört jeweils zur Hälfte dem Micky-Maus-Konzern und der Bertelsmann-Fernsehtochter RTL. Disney setzt künftig aber auf den Alleingang. Deshalb kaufte der Konzern den heruntergewirtschafteten Sender Das Vierte, der Anfang 2014 in Disney Channel umgewandelt wird.

Seit mehr als 15 Jahren führt Super RTL den Kinderfernsehmarkt in Deutschland an. Die Kölner erzielten in diesem Jahr einen Marktanteil von 23,7 Prozent in ihrer Zielgruppe. Der öffentlich-rechtliche Kinderkanal, die Nummer zwei Im Markt, erreichte 20,0 Prozent.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Kindersender: Super RTL baut bis zu 15 Prozent der Stellen ab"

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  • Hui, hab 3 Kinder zw. 4 und 11 Jahren. Diesen Sender habe ich nie als Kindersender empfunden - eher als "fast food" für die Augen. Werbung ist nichts für Kinder, sie lernen Lügen und/oder besten falls Misstrauen. Meine 3 haben sich nie gewehrt gegen dieses "nee, das guckt ihr nicht", der Sender war aber dann auch nie angesagt. Tja, das erstaunt mich bei den Prozenten.

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