King Digital wird übernommen

Activision schluckt „Candy Crush“-Macher

Die Spiele-Hits „Call of Duty“ und „Candy Crush Saga“ kommen bald aus demselben Haus. Der Softwaregigant Activision Blizzard übernimmt den App-Entwickler King Digital und lässt sich das Milliarden kosten.
Update: 03.11.2015 - 08:53 Uhr
Das beliebte Smartphone-Spiel katapultierte King Digital nach oben. Quelle: AFP
„Candy Crush Saga“

Das beliebte Smartphone-Spiel katapultierte King Digital nach oben.

(Foto: AFP)

Santa MonicaDie Firma hinter dem populären Smartphone-Spiel „Candy Crush“ wird in einem 5,9 Milliarden Dollar schweren Deal vom Branchen-Schwergewicht Activision Blizzard geschluckt. King Digital Entertainment aus London solle nach der Übernahme weiterhin unabhängig agieren, erklärte der bisherige Chef Riccardo Zacconi, der weiter an der Spitze bleiben solle.

Mit dem Geschäft kommen neue und alte Geschäftsmodelle der Branche zusammen. Activision Blizzard verkauft teure Konsolen-Spiele wie „Call of Duty“ oder „Skylanders“, aber auch Abos für das Online-Game „World of Warcraft“. King Digital ist einer der erfolgreichsten Anbieter von Smartphone-Spielen, die kostenlos angeboten werden. Die Nutzer werden aber animiert, für virtuelle Güter oder zusätzliche Lösungsversuche Geld zu bezahlen.

Activision Blizzard bietet mit einem Preis von 18 Dollar pro King-Aktie einen relativ moderaten Aufschlag von knapp 16 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.

King Digital hatte zuletzt mit Geschäftsrückgängen zu kämpfen, weil das Interesse der Nutzer an „Candy Crush“ nachließ und kein ähnlich erfolgreiches neues Spiel folgte. Im zweiten Quartal sank der Umsatz binnen drei Monaten um 14 Prozent auf 490 Millionen Dollar. Der Gewinn fiel im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 27 Prozent auf 119 Millionen Dollar. Die Zahl der aktiven Nutzer ging um neun Prozent zurück – es waren aber immer noch gut 500 Millionen im Monat. Ein weiteres Problem: 7,6 Millionen Spieler gaben Geld in King-Games aus, elf Prozent weniger als drei Monate zuvor.

Auch andere Anbieter mussten schon die Erfahrung machen, dass der Erfolg eines Online-Spiels eher so etwas wie ein Lotto-Gewinn ist und sich nicht so einfach wiederholen lässt. Und auch bei einem Hit lässt die Anziehungskraft spätestens nach einigen Jahren nach und die Nutzer-Massen ziehen weiter. Der Pionier Zynga schwächelt schon seit Jahren, nachdem kein weiterer Erfolg in der Dimension von „Farmville“ gelang. Der finnische „Angry Birds“-Erfinder Rovio musste angesichts des schrumpfenden Geschäfts in mehreren Runden Stellen streichen.

Action über und unter Wasser
World of Warships
1 von 5

Kurzweilige Seeschlachten für die Mittagspause: Das Online-Actionspiel World of Warships von Wargaming.net gibt es schon seit Juli im öffentlichen Betatest, nun ist auch die finale Version verfügbar. Vor der historischen Kulisse des zweiten Weltkriegs können bis zu 24 Spieler mit Kreuzern, Zerstörern, Schlachtschiffen und Flugzeugträgern gegeneinander antreten.

Die Steuerung der tonnenschweren Kolosse ist kinderleicht und braucht wie im großen Bruder World of Tanks nur wenige Tasten. So finden sich auch Einsteiger schnell in den virtuellen Seeschlachten zurecht. Der Start ins Kapitänsleben ist kostenlos. Wem die Gratis-Schiffe aber nicht genug sind, der kann für echtes Geld Goldmünzen kaufen, für die es wiederum neue Schiffe, Flaggen und andere Extras gibt.

Soma
2 von 5

Die dunklen Tiefen der Meere haben schon von ganz alleine etwas Unheimliches an sich. Diesen Umstand macht sich Entwickler Frictional Games in seinem neuen Spiel Soma zunutze: In dem gruseligen Adventure verschlägt es den Spieler in eine Forschungsstation am Grund des Atlantik. Menschen scheint es hier keine mehr zu geben – verlassen ist die Station aber nicht…

Wie in Amnesia, dem letzten Spiel der Entwickler, hat der Spieler keine Waffen um sich gegen angreifende Monster zu wehren. Stattdessen schleicht er vorsichtig aus der Egoperspektive durch dunkle Gänge, weicht Feinden aus und löst gelegentlich ein Rätsel. Soma erscheint als Download für den PC und die Playstation 4 und kostet rund 25 Euro.

Cross of the Dutchman
3 von 5

Hinter dem Titel Cross of the Dutchman verbirgt sich keine trockene Geschichtsstunde, sondern eine bunte Prügelei im Stil von Diablo. Nach der Ermordung seiner Frau bricht Titelheld Pier zu einem Rachefeldzug gegen die Sachsen auf, die seine Heimat Friesland besetzt haben. Anfangs kämpft Pier dabei noch mit nackten Fäusten, später auch mit Schwertern und anderen Waffen.

Geld für neue Ausrüstung findet er unter anderem in Schatztruhen. Und für besiegte Gegner gibt es Erfahrungspunkte, mit denen der Spieler neue Spezialfähigkeiten freischaltet. Nach ein paar Stunden ist das Abenteuer im Comicstil schon wieder vorbei, dafür kostet es allerdings auch nur etwa 9 Euro.

Edge of Space
4 von 5

Pixelgrafik mit viel Charme bietet das Weltraum-Abenteuer Edge of Space von Reverb. Eigentlich soll der Spieler darin nach bewohnbaren Planeten am Rand des Universums suchen. Nach einem Unfall landet er aber in einer fremden Welt voller merkwürdiger Kreaturen, darunter mutierte Eisbären und Pinguine mit Düsenrucksack. Das Besondere daran: Die Spielwelt stammt aus dem Zufallsgenerator.

Waffen, Rüstungen und Fahrzeuge für den Kampf gegen solche Monster muss der Spieler selbst bauen. Die Mischung aus zweidimensionaler Welt, Rohstoffsuche, Basisbau und Waffenbastelei werden viele Spieler aus Titeln wie Starbound und Terraria kennen. Edge of Space ergänzt das Spielprinzip mit skurrilem Humor und Retrografik. Dazu gibt es einen Mehrspieler-Modus, mit dem mehrere Spieler gemeinsam den gefährlichen Planeten erkunden können. Edge of Space ist für etwa 11 Euro als Download erhältlich.

Might & Magic Heroes 7
5 von 5

Ubisoft läutet die nächste Runde für eine der bekanntesten Strategieserien für PC-Spieler ein: Am 29. September ist Might & Magic Heroes 7 erschienen. Das Motto des in Deutschland entwickelten Titels lautet eindeutig „Zurück zu den Wurzeln”: Wer die beliebteren Vorgänger gespielt hat, wird sich in der Mischung aus Erkunden, Sammeln, und Bauen sofort zurechtfinden.

Im Mittelpunkt stehen aber natürlich die rundenbasierten Kämpfe zwischen dem eigenen Helden, seinem Gefolge und Monsterhorden oder anderen anderen Feinden. Neben der Einzelspieler-Kampagne gibt es auch wieder einen Multiplayer-Modus. Might & Magic Heroes 7 gibt es für rund 50 Euro auf Disc oder als Download, der Mix aus Rollenspiel und Strategie ist ab 12 Jahren freigegeben.

Auch Activision Blizzard musste mit „Guitar Hero“ auf die harte Tour lernen, wie ein einst erfolgreiches Spiel zum Ladenhüter werden kann. Den Anbietern von Konsolen-Spielen macht die Konkurrenz der kostenlosen oder günstigen Smartphone-Games wie „Candy Crush“ zu schaffen, weil die Zeit der Nutzer begrenzt ist. Zugleich lassen sich mit Serien für eingefleischte Gamer wie „Call of Duty“ Jahr für Jahr hohe Verkaufszahlen mit immer neuen Ausgaben erzielen. Im dritten Quartal machte Activision Blizzard zuletzt 127 Millionen Dollar Gewinn bei 990 Millionen Dollar Umsatz.

  • dpa
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