Die deutschen Kinobetreiber haben ihren Streit mit dem US-Verleiher Fox über die Zweitverwertung von Filmen auf DVD beigelegt. Der amerikanische Filmverleiher ist bereit, sich vier Monate nach dem Kinostart eines Films zu gedulden, bis er den Streifen als Silberscheibe fürs Pantoffelkino herausbringt.
Cinemaxx-Kino. Foto: dpa
Flebbe hatte bereits vor längerem damit gedroht, Filme nicht mehr zu zeigen, die bereits nach drei Monaten nach Kinostart als DVD erscheinen. Der Grund: die frühe Zweitverwertung führe bei den Filmtheaterbetreibern zu erheblichen Umsatz- und Ertragseinbußen. Denn viele Konsumenten würden auf den DVD-Start warten, um die Streifen in ihren Heimkinos zu sehen.
In der Regel gilt der Kinobranche eine Sechs-Monats-Frist, in Ausnahmen lassen die Kinobetreiber aber eine Vier-Monats-Frist zu. In diesem Fall verlagen sie aber meist eine Kürzung der Leihmieten. Ob dies auch bei den Verhandlungen zwischen Fox und Cinemaxx eine Rolle gespielt hat, wollte der Cinemaxx-Chef nicht kommentieren. Der US-Verleiher Fox war für keine Stellungnahme zu erreichen.
In der kriselnden Filmtheater-Branche sind solche Ausreißer bei der DVD-Auswertung kein Einzelfall. Bereits Anfang 2006 hatte die Cinemaxx-Gruppe den US-Blockbuster „King Kong“ aus dem Programm genommen, nachdem der Medienkonzern NBC Universal den Streifen bereits nach wenigen Wochen als DVD in den Handel bringen wollte. Ähnliche Probleme gab es auch bei den Disney-Streifen „Herbie Fully loaded“ und „Sin City“.
Mit der Einigung bei Fox ist jetzt wohl auch der Deutschland-Start des neuen Sylvester Stallone Films „Rocky Balboa“ am 8. September gesichert. Der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) begrüßte deshalb die Einigung mit dem Filmverleiher. "Wir freuen uns auf die Kinobesucher", sagte ein Verbandssprecher.


