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29.01.2007 
Streit um Zweitverwertung

Kinobetreiber einigen sich mit US-Verleiher Fox

Die deutschen Kinobetreiber haben ihren Streit mit dem US-Verleiher Fox über die Zweitverwertung von Filmen auf DVD beigelegt. Der amerikanische Filmverleiher ist bereit, sich vier Monate nach dem Kinostart eines Films zu gedulden, bis er den Streifen als Silberscheibe fürs Pantoffelkino herausbringt.

Cinemaxx-Kino. Foto: dpa

Cinemaxx-Kino. Foto: dpa

HB HAMBURG. „Wir gehen davon aus, dass der Verleiher die Filme erst nach vier Monaten als DVD auf den Markt bringt“, sagte Hans-Joachim Flebbe, Vorstandschef der Cinemaxx AG, dem Handelsblatt. In der vergangenen Woche hatten Cinemaxx sowie der Konkurrent Cinestar drei Filme von Fox aus dem aktuellen Programm verbannt. Die Unternehmen protestierten damit gegen die Pläne des US-Konzerns, mehrere Kinostreifen bereits nach drei Monaten als DVD zu verkaufen. Zu ihnen gehören unter anderem das Fantasy-Abenteuer "Nachts im Museum" sowie das Drachen-Epos „Eragon“.

Flebbe hatte bereits vor längerem damit gedroht, Filme nicht mehr zu zeigen, die bereits nach drei Monaten nach Kinostart als DVD erscheinen. Der Grund: die frühe Zweitverwertung führe bei den Filmtheaterbetreibern zu erheblichen Umsatz- und Ertragseinbußen. Denn viele Konsumenten würden auf den DVD-Start warten, um die Streifen in ihren Heimkinos zu sehen.

In der Regel gilt der Kinobranche eine Sechs-Monats-Frist, in Ausnahmen lassen die Kinobetreiber aber eine Vier-Monats-Frist zu. In diesem Fall verlagen sie aber meist eine Kürzung der Leihmieten. Ob dies auch bei den Verhandlungen zwischen Fox und Cinemaxx eine Rolle gespielt hat, wollte der Cinemaxx-Chef nicht kommentieren. Der US-Verleiher Fox war für keine Stellungnahme zu erreichen.

In der kriselnden Filmtheater-Branche sind solche Ausreißer bei der DVD-Auswertung kein Einzelfall. Bereits Anfang 2006 hatte die Cinemaxx-Gruppe den US-Blockbuster „King Kong“ aus dem Programm genommen, nachdem der Medienkonzern NBC Universal den Streifen bereits nach wenigen Wochen als DVD in den Handel bringen wollte. Ähnliche Probleme gab es auch bei den Disney-Streifen „Herbie Fully loaded“ und „Sin City“.

Mit der Einigung bei Fox ist jetzt wohl auch der Deutschland-Start des neuen Sylvester Stallone Films „Rocky Balboa“ am 8. September gesichert. Der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) begrüßte deshalb die Einigung mit dem Filmverleiher. "Wir freuen uns auf die Kinobesucher", sagte ein Verbandssprecher.

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