Kinoerfolg

"Avengers" lässt die Kassen klingeln

Die traditionsreiche Kinosparte hatte bei Disney zuletzt für schlechte Laune gesorgt. Doch dank den Superhelden von „The Avengers“ stimmen die Zahlen wieder. Der Überschuss stieg um 24 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar.
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Der Eingang zur Walt Disney Company in Burbank, Kalifornien. Quelle: dapd

Der Eingang zur Walt Disney Company in Burbank, Kalifornien.

(Foto: dapd)

Los Angeles/BurbankDie Superkräfte der „Avengers“ machen auch die Disney-Bilanz stark. Der US-Unterhaltungsriese schloss das vergangene Quartal mit einem Rekordgewinn von 1,83 Milliarden Dollar (2,27 Mrd Euro) ab. Das waren 24 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Zu dem Plus trugen fast alle Konzernbereiche bei, am größten war jedoch der Beitrag der zuletzt schwächelnden Kinosparte. Vor allem dank dem Superhelden-Spektakel „The Avengers“ schoss der operative Gewinn auf 313 Millionen Dollar hoch - von 49 Millionen im Vorjahr. Mit geschätzten Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar weltweit sorgten Iron Man und Co. für den bisher erfolgreichsten Film des Jahres.

Superheldenflut: Hulk, Iron Man, Captain America

Für Disney muss es eine besondere Erleichterung sein: Erst Anfang des Jahres verbrannte der Flop des ambitionierten Mars-Abenteuers „John Carter“ mehrere hundert Millionen Dollar. Der Chef der Kino-Sparte warf das Handtuch. Jetzt füllte auch der neue Pixar-Animationsfilm „Merida - Legende der Highlands“ die Kassen.

Disney will nun die Superhelden-Welle reiten: „Avengers“-Regisseur Joss Whedon wird auch die Fortsetzung drehen, hieß es am Dienstag. Der Erfolg zeigt auch, dass es doch eine gute Entscheidung war, 2009 für mehr als vier Milliarden Dollar das Zuhause der Superhelden - den Comic-Spezialisten Marvel - zu kaufen.

Der Disney-Konzernumsatz kletterte in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Vierteljahr um vier Prozent auf 11,09 Milliarden Dollar. Das war weniger als am Markt erwartet worden war, während der Gewinn die Prognosen der Analysten deutlich übertraf. Die Aktie gab nach Börsenschluss zeitweise um rund 1,6 Prozent nach.

Wichtigster Geldbringer von Disney blieb das Fernsehgeschäft mit Sendern wie ABC - es steuerte rund zwei Drittel des operativen Gewinns von insgesamt 3,24 Milliarden Dollar bei. Die Disney-Parks brachten mit 630 Millionen Dollar rund ein Fünftel mehr als vor einem Jahr ein. Unter anderem durch bessere Verkäufe von Fanartikeln stieg das operative Ergebnis bei Verbraucherprodukten um gut ein Drittel auf 209 Millionen Dollar. Nur die Spielesparte Disney Interactive fuhr rote Zahlen von 42 Millionen Dollar ein. Damit wurde der Verlust im Jahresvergleich immerhin halbiert. Disney-Chef Robert Iger sprach von einem „phänomenalen Quartal“.

Die erfolgreichsten Marvel-Streifen aller Zeiten
Film Review The Avengers
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In „Marvel's The Avengers“. treffen Helden des Comicverlags wie Thor (links, Chris Hemsworth) und Captain America (Chris Evans) aufeinander. Für zusätzliches Star-Appeal sorgt Scarlett Johansson als Black Widow. Ideal besetzt ist auch Regisseur Joss Whedon, ein von Comicfans nicht nur als Erfinder von „Buffy - Im Bann der Dämonen“ gefeierter Star.

Um aus dem Streifen auch einen finanziellen Erfolg zu machen, hat Disney eine riesige Marketingmaschinerie angeworfen. Der Erfolg gab ihnen bei diesem Film Recht. Der Versuch des Konzerns, weniger und dafür erfolgreichere Filme ins Kino zu bringen, war im gleichen Jahr dagegen erst einmal gescheitert.

Film Review John Carter
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Denn die 250-Millionen-Dollar-Produktion „John Carter“ fuhr einen operativen Verlust von 200 Millionen Dollar ein. Rich Ross, Chef des Disney-Filmstudios, gab deshalb im April 2012 seinen Rücktritt bekannt.

TOBEY MAGUIRE STARS AS SPIDER MAN
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Dass man mit Superheldenfiguren aus dem Hause Marvel Enterprises Geld verdienen kann, zeigen Kinoerfolge wie Spider-Man. „Spider-Man 3“ spielte 891 Millionen Dollar ein und steht damit auf Platz 22* der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Der erste Teil schaffte es immerhin noch auf Platz 30 (828 Millionen Dollar) und der mittlere Teil der Trilogie erwirtschaftete 784 Millionen Dollar (Platz 30).

* Die Werte sind nicht inflationsbereinigt.

China Disney Iron Man
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Im Film „Iron Man“ wird der schwerreiche Rüstungsindustrielle Tony Stark (gespielt von Robert Downey Jr.) zum Superhelden. Es ist der erste Film, den die Produktionsgesellschaft Marvel Studios produziert hat.

Auf der Liste der erfolgreichsten Filme landet das Werk von Regisseur Jon Favreau auf Platz 71 (585 Millionen Dollar). Die Fortsetzung „Iron Man 2“ konnte das mit 624 Millionen Dollar noch einmal steigern (Platz 59).

To match feature FILM-SUMMERMOVIES/
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Auch die X-Men-Reihe, in der Mutanten ihre übernatürlichen Kräfte nutzen, um gegen das Böse zu kämpfen, wurde erfolgreich verfilmt.

Chris Hemsworth, Anthony Hopkins
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Wie in „The Avengers“ spielt Chris Hemsworth (links) den „Thor“ in der gleichnamigen Verfilmung. Das Werk von Regisseur Kenneth Branagh spielte weltweit 449 Millionen Dollar in die Kinokassen.

Film Captain America
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Auch Chris Evans verkörpert im erfolgreichsten Marvel-Streifen nicht zum ersten mal Captain Amercia. Schon in „Captain Amercia: The First Avenger“ kämpft er als Supersoldat gegen die Nazis. Der Film aus dem Jahr 2011 brachte 369 Millionen Dollar ein.

  • dpa
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