Kirch-Erbe verteilt
Kirch Media gibt Epsilon an Kinowelt ab

Die insolvente Kirch Media hat den Film-Finanzierer und Rechtehändler Epsilon an die Kinowelt GmbH von Michael Kölmel verkauft. Damit wurde das letzte operativ tätige Unternehmen aus der Insolvenzmasse des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums an den Mann gebracht.

HB MÜNCHEN. Beide Seiten hätten einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, und der Gläubigerausschuss habe das Geschäft einstimmig genehmigt, teilte die KirchMedia GmbH & Co. KGaA am Donnerstag in München mit. Über Kaufpreis und weitere Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Nach der Kirch-Pleite, die im April 2002 die deutsche Medienlandschaft erschüttert hatte, war die KirchMedia als einstiges Herzstück der Gruppe nach und nach zerschlagen worden. So ging der TV-Konzern ProSiebenSat.1 im Jahr 2003 an eine Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban. Mittlerweile will Springer den TV- Konzern übernehmen. Das Bundeskartellamt hatte erst kürzlich Bedenken zu dem Geschäft angemeldet.

Für die Verwertung der deutschsprachigen Filmbibliothek der früheren KirchGruppe mit 12 000 Filmtiteln war im Frühjahr dieses Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen von KirchMedia und dem früheren Kirch-Manager und Produzenten Jan Mojto gegründet worden. Zuvor hatte Insolvenzverwalter Michael Jaffé bereits die Beta Film mit den internationalen Filmrechten an Mojtos EOS verkauft.

Epsilon ist in der Finanzierung von Filmen sowie im Rechtehandel tätig. Mit unabhängigen US-Filmproduzenten wie Regency und Hydepark unterhält das Unternehmen den Angaben zufolge langfristige Liefervereinbarungen. In diesem Jahr hatte Epsilon die beiden Kinofilme „Mr. und Mrs. Smith“ mit Angelina Jolie und Brad Pitt sowie „Million Dollar Baby“ von Clint Eastwood erworben. Kölmel erklärte: „Epsilon ergänzt das Geschäftsfeld der Kinowelt perfekt. Damit setzt die Kinowelt ihre Expansionsstrategie weiter fort und baut den Geschäftsbereich Filmproduktion, dessen Kern bislang die Kinowelt International bildet, aus.“ Die Basis für kontinuierliches Wachstum in Filmverleih und DVD-Auswertung werde damit verbreitert.

Während Epsilon zu Kirch-Zeiten fast ausschließlich Filme an Kirch-Sender wie ProSieben und Sat.1 verkaufte, sei der Abnehmerkreis mittlerweile auch auf andere Sender, darunter auch öffentlich-rechtliche, ausgeweitet worden, hieß es. Epsilon schreibe schwarze Zahlen.

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