Klage in Paris: Samsung wegen Kinderarbeit in China verklagt

Klage in Paris
Samsung wegen Kinderarbeit in China verklagt

Drei französische Organisationen haben wegen Kinderarbeit und Sicherheitsstandards Klage gegen Samsung eingereicht. Damit verletze das Unternehmen selbst eingegangene ethische Verpflichtungen, so der Vorwurf.
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ParisWegen der Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken haben drei Nichtregierungsorganisationen in Frankreich Klage gegen den südkoreanischen Technologiekonzern Samsung eingereicht. Die französischen Organisationen werfen Samsung in der in Bobigny bei Paris eingereichten Klage "irreführende Geschäftspraktiken" vor, wie sie am Dienstag mitteilten. Demnach werden in den Fabriken, in denen Samsung produzieren lässt, von dem Konzern eingegangene ethische Selbstverpflichtungen verletzt, insbesondere bei Kinderarbeit und den Sicherheitsstandards.

Die Organisationen Peuples Solidaires, Sherpa und Indecosa-CGT stützen sich bei ihren Vorwürfen auf Angaben der in New York ansässigen Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch (CLW). Während Samsung in seinem Ethikcode zusage, niemanden unter dem gesetzlichen Mindestalter einzustellen, seien in einer für den Konzern produzierenden Fabrik in China zehn Kinder unter 16 Jahren beim Arbeiten angetroffen worden. Häufig müssten in Fabriken zudem nicht bezahlte Überstünden geleistet werden.

Nach Angaben der drei Nichtregierungsorganisationen ist ihre Klage gegen Samsung in Frankreich "beispiellos". Noch nie habe sich die französische Justiz mit der Frage befassen müssen, ob die Nichteinhaltung von selbst aufgestellten ethischen Standards strafrechtlich belangt werden könne. Mit der Klage wollten die Organisationen dagegen vorgehen, dass ethische Selbstverpflichtungen zu reinen Marketingzwecken aufgestellt und dann nicht eingehalten würden.

Zuletzt hatte der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn für Schlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen musste einräumen, in einem Werk im Osten Chinas Minderjährige beschäftigt zu haben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Kinderarbeit wird bei uns geächtet und das ist auch gut so. Ich finde es erstaunlich, dass endlich jemand abseits dem üblichen "Apple-Bashing" sich einmal einen anderen Konzern aussucht. Dennoch ist hier ein wesentlicher Punkt zu beachten. Foxconn ist NICHT Apple. Foxconn fertig für eine Vielzahl von "Herstellern". Apple ist hier nur einer von vielen. Samsung hingegen betreibt eigene Werke und ist auch stolz darauf. Wenn die Behauptungen gegen Samsung also stimmen, dann trifft es diesmal tatsächlich den Konzern, der damit den größten Gewinn macht und nicht einen Zulieferer.

  • Toller Vergleich, da wäre ich so leicht nicht drauf gekommen. Ob ich einen Fisch fange oder ein Handy im Dunst von irgendwelchen giftigen Schwermetall-Dämpfen zusammen löte, das dann für ein Tausendfaches des Lohnes in einem Geiz-ist-Geil-Laden landet, ist doch wohl ein Unterschied. Wie hat man APPLE dafür geprügelt, dabei ist SAMSUNG um ein vielfaches schlimmer.

  • *seufz* .. wenn irgend'n 14jähriger in'nem Indianerstamm im Amazonas bei Jagd & Nahrungssuche mithilft, ist das natürlich kulturell sakrosankte Idylle - aber zum eigenen (& elterlichen) Lebensunterhalt durch eine bezahlte Tätigkeit in'ner achso-bösen kapitalistischen Gierprofitfabrik zu verdienen, ist demgegenüber natürlich einfach nur menschenverachtend, klar doch ..

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