Kleine Sender befürchten Nachteile – Kartellamt verlangt Zugeständnisse von Kabel Deutschland
Stopp der Kabelfusionspaltet die Fernsehbranche

Mit dem vorläufigen Veto gegen die Fusionspläne von Kabel Deutschland (KDG) entzweit das Bundeskartellamt die TV-Branche. Während die großen Fernsehkonzerne RTL und Pro Sieben Sat 1 die Entscheidung begrüßen, befürchten kleinere Sender negative Auswirkungen.

hps/slo DÜSSELDORF. Das Kartellamt hat sich gegen die Übernahme der Kabelbetreiber Ish (NRW), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg durch den Branchenprimus KDG ausgesprochen. Behördenpräsident Ulf Böge befürchtet, dass eine Fusion die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens verstärkt.

Entsprechend groß wären dann die Nachteile für TV-Sender, die auf eine Kooperation mit der KDG angewiesen sind, um ihre Programme zum Endkunden zu bringen. Denn der Branchenführer will künftig nicht nur Inhalte durch seine Netze transportieren, sondern auch Programmpakete selbst vermarkten.

Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), lobte daher die Kartellamtsentscheidung. „Wir wollen nicht Programmlieferant werden, sondern eigenständige Programmveranstalter bleiben“, sagte er. Doetz ist Vorstandsmitglied von Pro Sieben Sat 1.

Kleinere TV-Anbieter kritisierten dagegen das Veto gegen eine bundesweit tätige KDG. Durch eine Expansion würden sich für kleinere TV-Unternehmen Marktchancen eröffnen, argumentierte Wolfram Winter, Chef von Universal Studios in Deutschland. Die Tochter des Mediengiganten NBC Universal bietet ab September ihre Spielfilmkanäle 13th Street und Sci-Fi über das KDG-Netz an.

Auch Jochen Kröhne, Chef des kleinen Senders Tele 5, bedauert das Veto: „Wir versprechen uns von der KDG mehr Pluralität durch mehr Kanäle.“ Das Unternehmen des Filmhändlers Herbert Kloiber will zusammen mit der KDG einen Action-Kanal starten.

Bisher haben kleinere Programmanbieter auf dem deutschen Markt kaum Chancen, Fuß zu fassen. Denn die Kabelnetze sind voll. Daher setzen die Minisender auf die KDG, die die bisherigen Fernsehprogramme digital ausstrahlen und so mehr Platz im Kabelnetz schaffen will.

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