Um gegenüber deutschen Sendern und dem österreichischen Staatsfernsehen ORF eigenes Profil zu gewinnen, setzt der Sender auch auf eigene Produktionen. So zeigte ATV „Bauer sucht Frau“ und „Tausche Familie“. Auch die Erstausstrahlung von „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ lief auf ATV. Mit einzelnen Produktionen erreicht ATV Marktanteile im zweistelligen Bereich in der Zielgruppe der unter 50-Jährigen.
Erst kürzlich erzielte ATV mit der Übertragung des Fußball-Länderspiels Österreich gegen die Schweiz mit mehr als 17 Prozent die zweithöchste Zuschauerquote in seiner Geschichte. Außerdem lockt ATV mit der Übertragung der deutschen Fußball-Bundesliga viele Zuschauer an. Im Schnitt sehen 3,6 Prozent der österreichischen Zuschauer das Programm von ATV. Im Jahresdurchschnitt liegt ATV in Österreich im Vergleich zu anderen werbefinanzierten Sendern vor Kabel 1 und RTL 2 aber hinter Pro Sieben, RTL, Sat 1 und Vox.
Die Übernahme von ATV kann sich der gebürtige Wiener Kloiber leisten. Die hohe Nachfrage der Fernsehsender nach Filmen und Serien sorgen beim Medienkonzern Tele-München-Gruppe für ein Rekordergebnis. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 267 Mill. Euro. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2006 betrug 36 Mill. Euro.
Der überschaubare TV-Markt in Österreich ist schwierig, aber lukrativ und deshalb hart umkämpft. Erst im Juli kaufte der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 den kleinen Wiener Sender Puls TV. Der Kanal ist bisher nur im Wiener Großraum frei empfangbar. Puls TV ist seit vielen Jahren ein enger Partner von Pro Sieben Sat 1. Mit der Übernahme will die Münchener Sendergruppe ihre Reichweite im österreichischen Fernsehmarkt ausbauen. Auch der frühere RTL2-Chef Josef Andorfer und der Münchener Verleger Hubert Burda steigen mit einem eigenen Digitalsender in den österreichischen Fernsehmarkt ein.

