Knackpunkt ist das neue Vermarktungsmodell
DFL startet Rechteausschreibung für Fußball-Bundesliga

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat den lang erwarteten Startschuss zur Ausschreibung der Fernseh-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga gegeben. Wie die Liga am Mittwoch mitteilte, können sich Interessenten ab sofort bei der Vermarktungsgesellschaft Sirius SportMedia von Medienmogul Leo Kirch registrieren lassen, die als Zwischenhändler für die Profiliga agiert.

HB MÜNCHEN. Die Ausschreibung steht allerdings noch unter Vorbehalt einer Prüfung durch das Bundeskartellamt. Die Behörde nimmt die Zentralvermarktung über Kirch noch unter die Lupe, weshalb sich das Prozedere verzögert. Ursprünglich wollte die DFL das Ausschreibungsverfahren schon Ende Februar beginnen. Zunächst geht es in dem Milliarden-Poker um die drei Spielzeiten ab der Saison 2009/10. Frühestens in vier Wochen erhalten die Interessenten die Ausschreibungsunterlagen und haben dann wiederum vier Wochen Zeit, erste Angebote einzureichen.

Knackpunkt ist das neue Vermarktungsmodell der DFL zusammen mit Kirch, der sich jüngst mit dem Vertrag als Zwischenhändler für die Ligarechte Jahre nach dem Zusammenbruch seines Imperiums spektakulär in der Medienwelt zurückmeldete. Seine Gesellschaft Sirius hat der Bundesliga drei Mrd. Euro aus der Vermarktung der Fernsehrechte für insgesamt sechs Jahre ab 2009 garantiert. DFL und Sirius wollen zudem die Berichte über die Bundesliga für das Bezahlfernsehen künftig selbst produzieren, um neuen Anbietern den Einstieg zu erleichtern und die Zahl der Bieter zu erhöhen. Dagegen leistet der bisherige Rechteinhaber Premiere heftigen Widerstand, weil er bei einem Zuschlag die Hoheit über sein Programm behalten will. Vom Ausgang des Kartellverfahrens hängt nun noch ab, ob der Vertrag der DFL mit Kirch zustande kommt. Eine Vorentscheidung gibt es nach Angaben des Kartellamtes noch nicht.

Für den Fall, dass die Liga und Kirch scheitern, würde die DFL nach Aussage ihres Präsidenten Reinhard Rauball die Rechte wie früher selbst vermarkten. „Das wäre unsere letzte Option“, sagte er der „Sport Bild“. Dazu brauche die DFL eine Entscheidung bis Herbst. Allerdings würde so das Ziel verfehlt, mehr Wettbewerb zu schaffen. Zudem liefe die DFL Gefahr, weit weniger Geld aus den Rechten einzunehmen als die von Kirch versprochenen 500 Mill. Euro pro Saison. Derzeit kassiert die Liga 420 Mill. Euro. „Ich sehe aber derzeit keine Anhaltspunkte, die auf eine Gefährdung des Projekts hindeuten“, fügte Rauball hinzu.

Bei der vorherigen Rechte-Ausschreibung hatte die DFL für Furore gesorgt, weil sie dem Neuling Arena den Zuschlag für die Pay-TV-Rechte gegeben hatte und Premiere einen herben Schlag versetzte. Der damalige Premiere-Chef Georg Kofler hatte sich verkalkuliert, als er der DFL zwar mehr Geld als Arena geboten hatte, dafür aber eine Verschiebung der ARD-Sportschau auf den späten Abend forderte. Arena schaffte es jedoch nicht, genügend Abonnenten für sich zu gewinnen und gab nach nur einem Jahr wieder auf. Die Rechte für die verbliebenen zwei Spielzeiten 2007/08 und 2008/09 gab die Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media in einer Sublizenz wieder an Premiere weiter.

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