"Knüller" in Planung
Gruner + Jahr hat Frankreich im Visier

Der Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“, „Brigitte“) verschärft sein Wachstumstempo. Die Tochter des Medienriesen Bertelsmann prüft einen Zukauf in Frankreich.

HAMBURG. „Wir sehen uns die zum Verkauf gestellten Zeitschriften von Emap derzeit an“, sagte Vorstandschef Bernd Kundrun dem Handelsblatt. Der an der Londoner Börse notierte Medienkonzern Emap mit einem Jahresumsatz von zuletzt einer Milliarde britischer Pfund plant den Verkauf seines Magazingeschäfts in Frankreich. Mit seinen Endverbrauchermagazinen („Télé-Star", „Auto Plus“, „Pleine Vie“, „Addx“) ist Emap die Nummer zwei im französischen Zeitschriftenmarkt und die Nummer fünf im gesamten Pressemarkt Frankreichs.

Kundrun will aber offenbar nicht das komplette Paket übernehmen. „Es geht um ein Zeitschriftensegment“, sagte ein G+J-Manager. Für Emap interessiert sich eine ganze Reihe von Medienkonzernen, darunter auch der französische Marktführer Lagardère („Paris Match“).

Ob es zu einer (Teil-)Übernahme kommt, ist offen. „Wir stehen aber bestimmt nicht unter Kaufdruck, denn in Frankreich entwickeln wir uns bekanntlich sehr dynamisch“, sagte Kundrun. Das Zeitschriftengeschäft in Frankreich ist der wichtigste Auslandsmarkt für G+J.

Parallel zu einem Angebot für die Zeitschriften von Emap plant die französische G+J-Tochter Prisma Presse die Gründung neuer Zeitschriften. „Axel Ganz entwickelt für uns neue Zeitschriften. Es kann durchaus sein, dass in diesem Jahr ein neues Blatt sein Labor verlässt“, berichtete Kundrun. Ganz baute für Gruner seit den Siebzigerjahren das Frankreich-Geschäft auf und machte es zu einer Ertragsperle im Konzern. Wie Unternehmenskreise berichten, soll Ganz eine neue Frauenzeitschrift für den französischen Markt entworfen haben. „Das ist ein sehr innovatives Projekt. Das wird ein Knüller“, sagte ein Gruner-Manager. Sollte das neue Magazin, das offenbar noch dieses Jahr an den Start gehen soll, ein Erfolg werden, soll der Titel auch in andere Länder exportiert werden.

G+J ist ein Gewinnbringer bei Bertelsmann. Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern die Erlöse um knapp acht Prozent auf 2,62 Milliarden Euro. Vor allem die Übernahme der Stuttgarter Motor-Presse („Auto, Motor, Sport“) sorgte für einen Umsatzschub. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um 17 Prozent auf 250 Millionen Euro. Nicht nur für dieses Jahr verspricht G+J höhere Erlöse: „Wir werden im kommenden Jahr beim Umsatz weiter wachsen“, kündigte Kundrun an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%