Kölner Zeitungskonzern verhandelt mit Marktführer Mair – Touristik-Buchbranche durch Billigführer unter Druck
DuMont will Reisebuchverlag verkaufen

Das Kölner Medienhaus DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Kölnische Rundschau“, „Express“) will nach Informationen des Handelsblatt seinen Reisebuchverlag verkaufen. DuMont verhandelt bereits seit vielen Wochen mit der auf Reisebücher und Landkarten spezialisierten Verlagsgruppe Mair (Falk, Baedecker, Marco Polo). Wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, könnten die Verkaufsgespräche demnächst abgeschlossen werden.

hps HB DÜSSELDORF/KÖLN. „Der Name soll erhalten werden. DuMont will sich auch ein gewissen Mitspracherecht sichern“, hieß es gestern in Unternehmenskreisen. DuMont wollte sich zum bevorstehenden Verkauf nicht äußern. Frank Mair, Geschäftsführer der im schwäbischen Ostfildern ansässige Mair-Verlagsgruppe, sagte: „Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung.“ Mair gilt in der Touristik-Branche als umsatz- und vertriebsstark. Zuletzt erwirtschaftete der Marktführer einen Umsatz von 220 Mill.Euro.

DuMont besitzt in Köln drei Buchverlage: Neben dem DuMont-Reiseverlag gibt es noch es noch einen Literatur- und Kunst- sowie einen Kalenderverlag. Der Reiseverlag setzte 2003 laut Unternehmensangaben über zwölf Mill. Euro um. Noch vor zwei Jahren hatte DuMont den kleinen Berliner Stefan Loose Verlag gekauft, der auf Individualreiseführer über Asien und Amerika spezialisiert ist. Im letzten Jahr gingen die Umsätze wegen des schlechten Tourismus-Geschäfts und der starken Konkurrenz durch die billigen ADAC-Reiseführer um 32 Prozent zurück. Auch der Literatur- und Kunstverlag musste mit einem Umsatzminus von 15 Prozent abschließen.

DuMont hatte in der Vergangenheit durch zahlreiche Neuerscheinungen und preiswertere Bücher versucht, seinen Marktanteil in der hart umkämpften Reiseführerbranche auszubauen. Ähnlich wie den Konkurrenten Polyglott (Langenscheidt) oder Merian (Verlagsgruppe Ganske) bläst DuMont der Wind ins Gesicht. Die schwache Konjunktur und die Krise in der Touristik setzen die Reiseverlage unter Druck. Insider gehen davon aus, dass bei einem Verkauf des Kölner Reisebuchverlags auch Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Bereits im letzten Jahr fand ein deutlicher Personalabbau statt.

Bei DuMont spielt das Buchgeschäft nur eine bescheidene Nebenrolle. Das Printhaus konzentriert sich auf das Zeitungsgeschäft. Erst kürzlich hat DuMont eine Tageszeitung für junge Leser im Tabloid-Format in Köln gegründet.

Im vergangenen Jahr ist DuMont in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Jahresüberschuss betrug 8,8 Mill. Euro (Vorjahr: minus 20,7 Mill. Euro). Allerdings sank der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 24 Mill. Euro auf knapp 523 Mill. Euro. Auch für dieses Jahr erwartet das Medienhaus wieder schwarze Zahlen.

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