Kofler nicht zufrieden mit Weihnachtsgeschäft
Premiere erwägt Börsengang trotz hoher Verluste

Der Bezahlsender steigert die Abonnentenzahl und verspricht einen operativen Gewinn.

jojo MÜNCHEN. Premiere-Chef Georg Kofler behält die Börse fest im Blick: Kommendes Jahr werde geprüft, ob eine Emission in Frage komme, bekräftigte der Manager gestern in München. Kofler versprach gleichzeitig, dass Deutschlands einziger Bezahlfernsehkanal das laufende Jahr erstmals operativ mit schwarzen Zahlen abschließen werde.

Ob ein positives Betriebsergebnis aber reicht, um potenzielle Anleger zu überzeugen, ist fraglich. Denn unterm Strich schreibt das Münchener Unternehmen nach wie vor tief rote Zahlen. Vergangenes Jahr lief ein Verlust von rund 205 Mill. Euro auf. Dieser Netto-Verlust resultiert unter anderem aus einer Abschreibung auf die Bewertung, zu der die Finanzierungsgesellschaft Permira eingestiegen ist. Permira hatte vergangenen Februar knapp zwei Drittel der Anteile an Premiere aus der Insolvenzmasse von Kirch übernommen. Kofler selbst gehören mehr als 20 % der Anteile.

Auf Ebitda-Basis, also ohne Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sieht das Ergebnis wesentlich besser aus: Statt eines Verlusts von 340 Mill. Euro wie im Vorjahr lag die Firma nur noch mit 10,5 Mill. Euro im Minus. Damit seien die eigenen Ziele deutlich übertroffen worden, teilte Premiere mit. Im Sommer hatte Kofler noch einen Ebitda-Verlust von 40 Mill. Euro prognostiziert, vor Jahresfrist hatte er sogar mit 80 Mill. Euro gerechnet. Die Verbesserung sei vor allem das Ergebnis der Einsparungen im Programmbereich.

Im Vergleich zu früheren Zeiten ist der jetzige Verlust gering: Als der Sender noch Leo Kirch gehörte, musste der Medienunternehmer jeden Tag drei Mill. Euro zuschießen. Die Milliardenverluste von Premiere waren einer der Gründe, warum das Imperium von Kirch im Frühjahr 2002 zu Grunde ging.

Premiere hat derzeit 2,9 Millionen Abonnenten, das sind über 300 000 mehr als zu Beginn des vergangenen Jahres. Der Umsatz kletterte 2003 um knapp 17 % auf 963 Mill. Euro. Ganz zufrieden zeigte sich Kofler mit dem Zuwachs aber nicht. „Wir hätten uns im Weihnachtsgeschäft einige zehntausend Abonnenten mehr gewünscht, vor allem aus dem Potenzial unser ehemaligen Schwarzseher.“ Im Herbst hatte Premiere sein Verschlüsselungssystem umgestellt. Damit wurden eine Million Schwarzseher ausgeschlossen. Nur ein Bruchteil davon hat sich aber offenbar entschlossen, jetzt für die Sendungen von Premiere zu bezahlen.

Ziel für das laufende Jahr ist es, bis Jahresende 3,2 Millionen Abonnenten zu bekommen. Dazu soll unter anderem neues Hotelangebot beitragen und der Sex-Kanal Blue Movie.

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