Kommentar
Der richtige Schritt für Steve Jobs

Steve Jobs hat seinen Rücktritt erklärt, aber er verlässt Apple nicht. Sein Nachfolger Tim Cook wird Apple seinen Stempel aufdrücken wollen. Wird es interne Machtkämpfe geben?
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San FranciscoSteve Jobs geht, aber er bleibt. Sein Rücktritt als CEO und sein Übergang in den Verwaltungsrat als oberster Aufseher über die Geschicke des kalifornischen Computerkonzerns Apple sind klare Signale an die Aktienmärkte: Die Zeit nach Steve Jobs hat offiziell begonnen, und der Übergang wird reibungslos sein. Wird er das wirklich? Die ersten Reaktionen der Börse sprechen eine andere Sprache. Nachbörslich, nachdem die Meldung raus war, ging die Apple-Aktie auf Talfahrt.

Tim Cook ist unzweifelhaft der richtige Mann, um ihn an der Spitze des Unternehmens zu ersetzen. Seine langjährige Zugehörigkeit zu Apple, seine enge freundschaftliche Beziehung zu Jobs und der Fakt, dass er seit Steve Jobs’ krankheitsbedingtem Rückzug im Januar die Geschäfte erfolgreich kommissarisch leitet, sprechen für ihn. Apple strotzt vor Kraft und das ist auch sein Verdienst.

Die Doppel-Entscheidung für CEO und Verwaltungsrat kommt jedenfalls zur richtigen Zeit. Es ist lange genug hin bis zur Vorstellung des iPhone5, der nächste wichtige Meilenstein in der Geschichte Apples. Je näher der Termin rückt, um so intensiver hätten sich die Medien und das Internet weltweit ihrem Lieblingsthema zugewendet: Wird Jobs persönlich das Gerät vorstellen? Wenn ja, ist er dünner geworden? Hat sich seine Hautfarbe verändert? Diesem unwürdigen Schauspiel ist jetzt der Wind aus den Segeln genommen, der Fokus wird wieder auf dem Produkt liegen.

Offenbar erlaubt es sein Gesundheitszustand dem Apple-Mitgründer zudem noch, den Übergang aktiv mitzubegleiten. Er, das Genie, der charismatische Unternehmer mit Visionen und einem unfehlbaren Instinkt für Märkte und Produkte, hat selbst noch den richtigen Mann installiert, soll uns der Schritt suggerieren. Es wird keine internen Machtkämpfe geben, kein Führungsvakuum, Apple marschiert unbeeindruckt voran, er selbst hat das Fundament für die Zukunft gelegt.

Aber so einfach wird es nicht sein: Nicht nur Cook wird sich in seine neue Rolle einarbeiten müssen, auch Steve Jobs. Cook wird jetzt Apple seinen Stempel aufdrücken und Investoren, Mitarbeitern und Kunden unmissverständlich klarmachen müssen, wer jetzt der Herr im Hause ist. Jobs muss beweisen, dass er die Größe und Einsicht hat, das zu honorieren. Es ist illusorisch zu glauben, dass es nicht vereinzelt zu Unstimmigkeiten kommen wird.

Das Problem: Die Schatten der Vergangenheit sind lang und die Wunden tief. Steve Jobs wurde schon einmal aus seinem eigenen Unternehmen gefeuert, musste zusehen wie sein Lebenswerk langsam und unaufhaltsam in den Abgrund rutschte. Erst seine Rückkehr an die Spitze leitete die Wende zum Guten ein. Jobs muss diese Vergangenheit vergessen. Denn diesmal wird es keine Rückkehr mehr geben.

Kommentare zu " Kommentar : Der richtige Schritt für Steve Jobs"

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  • Es ist so weit.Steve muss zuruecktreten.
    Aber die Applejuenger bleiben dieser Kultfirma ,wie immer treu.Wollen wir hoffen ,dass Apple noch viele neue Produkte bringt und der Neue das richtige feeling hat.Ob die Aktie den Kurs haelt ,ist vielleicht fuer die Spekulanten wichtig,fuer uns ist wichtig,dass Apple weiter neue Ideen und Produkte bringt.
    Der Hype wird vielleicht etwas geringer wenn wir etwas Neues ahnen,aber langweilig wie bei Microsoft wird es sicher nicht.
    Wir wuenschen Steve ,dass Steve noch lange seinen Einfluss gelten machen kann.

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