Kommentar Googles Motorola-Deal hat viele Verlierer

Mit dem Kauf von Motorolas Handysparte wird Google endgültig zu dem großen Apple-Rivalen. Gleichzeitig macht der Deal Hersteller wie Samsung und HTC zu Verlierern - und wird damit auch zum Risiko für Google.
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Eine Frau mit Smartphone vor einem Bildschirm mit der Homepage der Internet-Suchmaschine Google. Quelle: dpa

Eine Frau mit Smartphone vor einem Bildschirm mit der Homepage der Internet-Suchmaschine Google.

(Foto: dpa)

Für Samsung, HTC und viele andere Handy-Hersteller ist es ein rabenschwarzer Tag. Mit Googles Smartphone-Betriebssystem Android war fast schon eine ganze Branche dick im Geschäft - und das auch noch im Wettbewerb zum Branchenprimus Apple, der mit seinem iPhone die Konkurrenz zwischenzeitlich an die Wand gespielt hatte.

Mit der Ankündigung Googles, die Handysparte von Motorola übernehmen zu wollen, hat sich das Blatt nun entscheidend gewendet - und die Phalanx der Hersteller von Android-Handys rund um Samsung, HTC, LG und ZTE steht vor einem Scherbenhaufen.

Florian Brückner ist Reporter von Handelsblatt Online. Quelle: Pablo Castagnola

Florian Brückner ist Reporter von Handelsblatt Online.

(Foto: Pablo Castagnola)

Auch wenn Google versichert, dass Android weiter ein offenes System bleiben, dass das Handygeschäft eigenständig geführt werden soll, ist sonnenklar, auf welchen Smartphones wohl in Zukunft das beliebte Betriebssystem des Suchmaschinenriesen wohl am besten laufen dürfte: natürlich auf denen von Motorola. Für die vornehmlich aus Asien stammenden Hersteller Samsung, HTC, LG oder ZTE ist das ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Und da ist es auch nur ein schwacher Trost, dass mit Windows Phone 7 ein potenter Android-Ersatz aus dem Hause Microsoft parat steht. Wer sich jetzt für einen Wechsel von Android auf Windows entscheidet, kann frühestens morgen, wenn nicht erst übermorgen mit den entsprechenden Geräten aufwarten. Zumal Microsoft im Verbund mit Nokia selbst über Bande als Hardwarehersteller am Markt antritt. Die Aussichten mit Windows sind also nicht unbedingt besser als die zukünftig mit Android.

Dennoch liegt genau hier das große Risiko für Googles Schritt. Keine Frage: Mit Motorola gewinnt Google einen potenten Handyhersteller und sichert sich und seinen Services auf lange Sicht den Mobilfunkmarkt - und macht sich nebenbei auch noch unabhängiger von all den anderen Unternehmen. Doch genau die, besser gesagt die Heterogenität, die Vielfältigkeit des Angebots waren bislang die große Stärke des Android-Systems im Vergleich zum monotholithischen Apple-Block.

Einen großen Gewinner gibt es schon jetzt
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6 Kommentare zu "Kommentar: Googles Motorola-Deal hat viele Verlierer"

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  • Die Intuition des Autors läßt besseres zu wünschen. HP hat nämlich 3 Tage nach dem Erscheinen dieses Artikels die WebOS-Geräte eingestellt. :-) Auch seine Vermutung, dass Hersteller ohne OS aufgerieben werden, sind nicht haltbar. Sowohl hinter Android als auch hinter Apple's iOS steckt nur Unix. Unix/Linux ist überwiegend frei, daher ist es für einen Konzern bei Bedarf sehr wohl möglich, schnell und bezahlbar ein neues OS zu entwickeln. Das setzt natürlich ein gutes Entwicklungsteam voraus, aber prinzipiell ist es möglich und Konzerne wie Samsung werden sich garantiert nicht zerreiben und vom Markt verdrängen lassen.

  • Aber Herr Brückner, der einzige wirkliche Verlierer ist die Microsoft-Nokia-Allianz! Kein Grund zur Trauer!

  • Super News!

    Bin sehr stolz Milestone2 Besitzer zu sein und es ist wirklich gut verarbeitet wie alle neueren Motorla Handys.
    Leider ist es bei der jungen Generation "kool" ein Samsung/HTC zu besitzen, alles nur Marketing Vorteile denn die Handys haben oft eine schlechtere Qualität. Wer hat schon ein wasser und staubdichtes + kratzfestes Handy auf den Markt gebracht wie Motorola das Defy?
    Let´s go Motorola&Google!!

  • Sehr geehrter Calle, keineswegs. Nexus One entstand in Kooperation mit HTC. Der Nachfolger Nexus S mit Samsung. Mit Motorola würde sich Google eigene Hardware-Kompetenz ins Haus holen. Beste Grüße Florian Brückner

  • Der Autor vergisst die Bedeutung des Patentportfolios von Motorola, nämlich 17.000 Patente. Das wird gebraucht, um Android gegen Angriffe durch Apple und MS zu verteidigen.
    Deswegen freuen sich die anderen Android-Anbieter auch im Gegensatz zu dem Blödsinn, der im Artikel steht.

    “We welcome today’s news, which demonstrates Google’s deep commitment
    to defending Android, its partners, and the ecosystem.”
    – J.K. Shin
    President, Samsung, Mobile Communications Division

    “I welcome Google‘s commitment to defending Android and its
    partners.”
    – Bert Nordberg
    President & CEO, Sony Ericsson

    “We welcome the news of today‘s acquisition, which demonstrates that
    Google is deeply committed to defending Android, its partners, and
    the entire ecosystem.”
    – Peter Chou
    CEO, HTC Corp.

    “We welcome Google‘s commitment to defending Android and its
    partners.”
    – Jong-Seok Park, Ph.D
    President & CEO, LG Electronics Mobile Communications Company

    Gerade von Larry Page bei G+ eingestellt:
    https://plus.google.com/106189723444098348646/posts/YE6E4tL4fgV

  • Offensichtlich vergisst Herr Brückner dass Google schon heute Handys erstellt (Google Nexus).

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