Kommentar zu Facebook
Er mag mich, er mag mich nicht

Facebook will Alternativen zum „Like“-Button schaffen. Das Netzwerk wird ehrlicher, aber auch verletzlicher. Und es darf nicht bei dieser Reform bleiben, meint Oliver Stock.
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DüsseldorfMark Zuckerberg ist 31 Jahre alt. Möglicherweise ist das ein Alter, in dem einer erfährt, dass das Leben nicht immer Zuckerbrot ist. Möglicherweise hat Zuckerberg auch verfolgt, wie sich die europäischen Fans auf seinem Netzwerk über die aus dem Balkan und Syrien fliehenden Menschen austauschen. Wahrscheinlich hat er auch jenen Nutzern zugehört, die manches kommentieren, aber eben nicht „liken“ wollen.

Was auch immer ihn getrieben hat – Zuckerberg hat eine richtige Entscheidung getroffen und führt Alternativen zum Like-Button ein. Wie das genau aussieht, daran arbeiten die Entwickler noch, aber klar ist: Facebook, das den Anspruch erhebt, die Menschen von der Wiege bis zur Bahre zu begleiten, wird damit ein Stück menschlicher.

Die Netzwerker rücken ab von ihrer künstlichen Welt, in der es vor allem darum geht, eine Bombenstimmung zu verbreiten. Aus Hurra wird Schaun-wir-mal. Facebook wird glaubwürdiger, freier – aber macht sich gleichzeitig verletzlicher.

Für den geschäftlichen Erfolg birgt dieser Strategiewechsel ein Risiko. Facebook lebt von Werbung. Erklärtes Ziel des Portals ist es, der Werbewirtschaft noch mehr zielgenaue Möglichkeiten anzubieten, um Kunden, die erst welche werden könnten, zu erreichen. In der Werbung gibt es jedoch eine Faustregel und die heißt: Die Sieger schreiben die Geschichten. Die Verlierer verderben das Geschäft. Deswegen werden da, wo es um Geld und Prämien geht, immer die besten ausgezeichnet, die rote Laterne, die gelbe Zitrone oder der Trostpreis kommen in der Werbung nicht vor. Ein Portal, in dem schlechte Noten für gedämpfte Stimmung sorgen, ist so gar nicht nach dem Geschmack dauergutgelaunter Werber.

Wenn sich Zuckerberg dennoch für die neue Strategie entscheidet, freut das also die Fans mehr als die Geldgeber. Wenn er allerdings jene für sich gewinnen will, die Facebook bisher links liegen gelassen haben, darf er mit seinem Reformeifer nicht beim Like-Button und dem nach oben gestreckten Daumen verharren. Auch die „Freunde“, die sich auf Facebook zusammenfinden, sind in der Regel nicht einmal lose Bekanntschaften, sondern allenfalls virtuelle Beobachter.

Ein bisschen Differenzierung könnte hier auch nicht schaden. Und wenn Zuckerberg dann schon beim Anpassen der Welt der sozialen Netzwerke an die Welt des wirklichen Lebens ist, dann wäre die Erkenntnis hilfreich, dass es ein Leben außerhalb von Facebook gibt. Der Ausschalt-Button wäre die größte Erfindung, die Zuckerberg seinem Netzwerk hinzufügen könnte.

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  • Ich weiß wirklich nicht, was Sie sich so denken bei Ihren Beiträgen. Sachsen? Was hat denn hier so ein Quatsch zu suchen? Wir reden hier über die Außengrenzen. Und jede Regierung ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sie respektiert werden. Was seit Merkels "Einladung" hier an den Grenzen passiert, ist ein permanenter Rechtsbruch. Wir werden eben von Kriminellen regiert!

    Der Artikel 16 a: Sie wissen aber schon, dass über 98% der Asylanträge abgelehnt werden, oder? Und trotzdem können diese illegalen Einwanderer hier bleiben. Schon ihre schiere Masse macht ein Abschiebeverfahren unmöglich. Ohnehin darf eine Einreise über ein sicheres Drittland nicht erfolgen. Was soll somit eigentlich diese Völkerwanderung mit dem Artikel 16a zu tun haben? Dieser Artikel wird massenhaft (demnächst millionenfach) mißbraucht, um auf Kosten des deutschen Sozialsystems besser zu leben als im Heimatland.

    Und zu Ihrem ersten Teil: Ich halte es wirklich für vernachlässigbar, wie über den Tod eines Menschen in Foren geschrieben wird. Tot ist tot. Aber es sollte schon erlaubt sein, mal darauf hinzuweisen, wer Schuld an so einem Tod hat. Und in diesem Fall waren es eben Ihre politischen Freunde. Und natürlich auch der Vater, der hinterher angab, mit dem Schlauchboot unterwegs nach Kanada (!) gewesen zu sein.

  • Zitat: "Und für den Tod des Kindes, auf den Sie anspielen, sind keine Rechten wie ich, die unsere Grenzen dichthalten würden, sondern solche Leute wie Gauck und Merkel verantwortlich. Und zwar höchstpersönlich! Sie haben die Eltern dieses Kindes in ihrer ganzen Gutmenschenbesoffenheit hierher gelockt."

    Sie weichen aus und wechseln das Thema damit Sie sich nicht dem Problem von verbalen Straftaten im Internet stellen müssen.
    Machen Sie es wirklich von Schuld oder Unschuld abhängig, ob Sie Menschen helfen oder nicht? Wollen Sie mit einem Flüchtling ausdiskutieren, wer Schuld daran hat, dass er oder sie bei uns um Asyl bittet?

    GG Artikel 16a: (1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

    So steht es in unserer Verfassung und wenn jetzt irgend ein Verein meint, dieses Grundrecht aufzuheben, weil es uns gerade etwas unbequem erscheint, dann sollte der sich mal fragen, wie ernst es ihm mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung so ist.

    Zitat:" .... Rechten wie ich, die unsere Grenzen dichthalten würden"

    Tolle Idee; dann fangen wir doch gleich mit Sachsen an. Wir machen die Grenzen dicht. Es kommt nichts mehr rein und nichts mehr raus. Die Schlagbäume gehen runter, alle Versorgungsleitungen werden unterbrochen. Wie viel Minuten wird das Bundesland überleben?

  • << Wenn jemand so etwas so schreibt, halte ich das für eine recht plumpe Meinungsäußerung. Aber schreiben Sie doch der Staatsanwaltschaft. Vielleicht teilt sie Ihre Ansicht und ermittelt. >>

    Ich hatte doch wohl schon deutlich gemacht, dass ich den Staatsanwalt hier nicht für hilfreich halte, oder nicht?


    << ..... wenn in öffentlichen Netzwerken in immer gleichen Sermonen eindeutige Lügen über die ganzen Wohltaten verbreitet wird, die Vertriebene und Flüchtlinge bei uns erwartet, um ganz unverfroren Sozialneid zu schüren? >>

    Teilen Sie das doch mal den Millionen von potentiellen Einwanderern mit (Afrika hat z.Zt. 1,2 Milliarden Menschen), dass das nur "eindeutige Lügen" sind, was man ihnen da so alles über unser Sozialsystem und Asylrecht erzählt hat. Damit könnten Sie sich mal richtig nützlich machen!

    Und für den Tod des Kindes, auf den Sie anspielen, sind keine Rechten wie ich, die unsere Grenzen dichthalten würden, sondern solche Leute wie Gauck und Merkel verantwortlich. Und zwar höchstpersönlich! Sie haben die Eltern dieses Kindes in ihrer ganzen Gutmenschenbesoffenheit hierher gelockt.

    Aber sowohl in der Politik wie in den Medien wird zu solchen "heiklen Themen" nur eine Meinung zugelassen: Flüchtlinge sind gut, und wir können gar nicht gernug davon ins Land holen. Wer etwas anderes verbreitet, ist "geistiger Brandstifter" (Sie haben den Ausdruck selbst gebraucht).
    Es bleiben nur die Foren, um sich öffentlich zu äußern, wenn man diese Politik des Irrsinns nicht unterstützt. Und da will man jetzt ran. Wer die verordnete Meinung nicht teilt, soll gelöscht werden.

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