Kommunikationsgeschäft
Spekulationen über Zerschlagung von Siemens-Sparte

Siemens will die nach dem Verkauf des Handygeschäfts im Konzern verbliebene Telekommunikations-Sparte Com laut eines Magazinberichts zerschlagen und die Teile dann einzeln verkaufen. Es gebe sogar schon mögliche Käufer.

HB MÜNCHEN. Für die Firmenkunden-Sparte Enterprise verhandele Siemens mit mehreren Interessenten, darunter auch mit dem US-Konkurrenten Avaya, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch vorab unter Berufung auf ungenannte Siemens-Manager. Für der Telefonapparate-Sparte SHC werde ein Verkauf an das SHC-Management erwogen. Siemens war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mit Nokia habe Com-Chef Thomas Ganswindt über einen Verkauf der Netzwerksparte verhandelt, schreibt das Magazin weiter. Die Gespräche seien allerdings gescheitert, da die Finnen lediglich an dem Gewinn bringenden Mobilfunknetz-Bau interessiert gewesen sei, aber nicht am gebeutelten Festnetztechnologie-Bereich. Zuletzt hatte Spartenchef Ganswindt allerdings angekündigt, auf dem Markt für Mobilfunknetze Nokia anzugreifen und als Nummer zwei auf dem Weltmarkt abzulösen.

Der gebeutelte Bereich Com hat im vergangenen Quartal nur auf Grund des Verkaufs der Beteiligung am US-Netzwerkunternehmen Juniper schwarze Zahlen geschrieben und ist weit davon entfernt, die von Siemens-Konzernchef Klaus Kleinfeld verlangte Rendite zu erwirtschaften.

Die defizitäre Mobiltelefon-Produktion hatte Siemens im vergangenen Jahr an den südkoreanischen Benq-Konzern abgetreten und noch eine Mitgift von mehreren hundert Millionen Euro gezahlt. Die Produktion von Handys der Marke Benq Mobile in Deutschland ist allerdings gefährdet. Ob und in welchem Umfang die einstige Siemens-Mobilsparte noch im Inland fertigen werde, hänge von Verhandlungen mit den Gewerkschaften ab, hatte Benq-Mobile-Chef Clemens Joos auf der gerade stattfindenden Branchenmesse 3GSM in Barcelona gesagt. „Produktion in Deutschland ist immer bedroht, das ist klar. Es hängt davon ab, was für ein Ergebnis wir mit den Gewerkschaften bekommen“, sagte er. „Wenn wir bis Juni zu keiner Lösung kommen, stehen wir vor einem Problem.“

Benq Mobile hat von Siemens eine Vereinbarung für die Produktionsstätten übernommen, die längere Arbeitszeiten im Gegenzug für Arbeitsplatzgarantien vorsieht. Der Pakt läuft im Juni aus. Die Tochter des taiwanischen Eletronikkonzerns BenQ betreibt in Deutschland drei Standorte. Weltweit beschäftigt Benq Mobile gut 7 000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Deutschland.

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