Kommunikationssparte
Pierer kündigt schmerzhafte Einschnitte an

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat die Notwendigkeit von Verbesserungen in den Problemsparten des Konzerns bekräftigt und will dabei auch im kommenden Jahr nicht vor unpopulären Schritten zurückschrecken.

HB MÜNCHEN. Einem Magazinbericht zufolge rechnen die Münchener in ihren seit 1. Oktober fusionierten Sparten Netzwerke und Mobilfunk im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. „Vor besonders großen Herausforderungen stehen wir im Arbeitsgebiet Information und Communications“, schrieb der scheidende Vorstandschef von Pierer in einer Weihnachtsbotschaft an die 430 000 Konzernbeschäftigten, die Reuters vorliegt.

Hier seien an einigen Stellen grundlegende Weichenstellungen nötig, um die Perspektiven für die Zukunft nachhaltig zu sichern. „Mir ist bewusst, dass wir nicht immer ohne schmerzhafte Einschnitte auskommen“, schrieb von Pierer weiter. Wichtigste Aufgabe sei es aber, das Unternehmen insgesamt langfristig zu erhalten. Siemens wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Brief äußern und lehnte auch eine Stellungnahme zu dem Bericht von „Focus“ ab. Dieser meldete vorab aus seiner neuen Ausgabe, der Münchener Technologiekonzern erwarte „einen schlechten Start“ seines neuen Geschäftsbereichs „Com“. Dieser hatte im am 30. September geendeten Geschäftsjahr 2003/04 bei einem Umsatz von einen 18 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 569 Millionen Euro erzielt. Siemens plant „Focus“ zufolge für 2004/05 nun mit einem Ergebniseinbruch auf rund 300 Millionen Euro. Knapp zwei Drittel davon kämen aus Aktienverkäufen, hieß es. Auch das Handygeschäft werde sich weiter verschlechtern.

Siemens löste Debatte aus

Dass Siemens trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 vor gravierenden Aufgaben steht, ist keineswegs neu. So müssen die Münchener die Fusion der Netzwerksparte und des Mobilfunkbereichs bewältigen und eine Lösung für das von Verlusten und strukturellen Problemen geplagte Handygeschäft finden. Hier hat von Pierer neben einer Sanierung Schließung und Verkauf als Optionen genannt. Ihre Renditeprobleme müssen zudem die Bereiche IT-Dienstleistung (SBS) und Bahntechnik (TS) in den Griff bekommen. Der im Januar in den Aufsichtsrat wechselnde Konzernchef hatte hier schon im November zügige Verbesserungen angemahnt.

Siemens hatte im Frühjahr in Deutschland eine Debatte um Lohnkostensenkungen und Arbeitszeitverlängerungen losgetreten. Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich die Münchener und die Belegschaft unter anderem in zwei Werken in Nordrhein-Westfalen auf die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich geeinigt.

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