Kompensation durch höhere Grundgebühr
Telekom-Kunden wechseln immer öfter zur Konkurrenz

Die Deutsche Telekom rechnet damit, dass ihr in diesem Jahr ein großer Teil des Geschäfts mit Ortsgesprächen wegbricht. „Wir werden bis zum Jahresende knapp 20 % Marktanteil im Ortsnetz verlieren“, sagte Josef Brauner, Chef der Festnetzsparte T-Com, gestern in Berlin im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung.

HB/slo DÜSSELDORF. Vor zwei Wochen hatte Konzernchef Kai-Uwe Ricke bei der Vorlage der Halbjahreszahlen bereits bekannt gegeben, dass die Telekom wegen des verstärkten Wettbewerbs bis Ende Juni etwa 10 % ihrer Gesprächsminuten im Ortsnetz an Konkurrenten abgeben musste. Der Grund: Die Wettbewerber bieten seit dem Frühjahr Lokalverbindungen zu niedrigeren Preisen an als die Telekom.

Der Kurs der T-Aktie reagierte gestern deutlich auf Brauners Aussage. Die Aktie gab im Tagesverlauf um mehr als 2 % nach. Analysten zeigten sich von dem Kursverlust allerdings überrascht. „Die Auswirkungen der Marktanteilsverluste auf den Festnetzumsatz der Telekom sind vernachlässigbar“, sagte Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. Er begründete dies mit den höheren Grundgebühren für analoge Telefonanschlüsse, die die Telekom ihren Kunden ab September in Rechnung stellt. Der Preis steigt um 1,94 Euro auf 15,66 Euro pro Monat. „Diese Zusatzeinnahmen werden die Umsatzausfälle durch den verstärkten Ortsnetzwettbewerb klar kompensieren“, ergänzte Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Seit Öffnung des Marktes vor fünf Jahren musste die Telekom im Ortsnetz zunächst nur geringe Einbußen hinnehmen. Der Marktanteil lag Ende 2002 noch bei 95 %. Auf Druck der Europäischen Union bekam der Bonner Konzern in diesem Frühjahr jedoch neue Konkurrenz im Ortsnetz – die jetzt zu deutlichen Marktanteilsverlusten führt. Seit April können Kunden ihre lokalen Telefongespräche – wie bei Fern- und Auslandsgesprächen schon seit fünf Jahren üblich – auch über andere Anbieter abwickeln, ohne den Telefonanschluss bei der Telekom kündigen zu müssen. Die Festnetzsparte ist der größte Umsatz- und Gewinnbringer der Telekom.

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