Komplettübernahme abgelehnt
Kartellamt verbietet RTL den Kauf von N-TV

Das Bundeskartellamt hat in einer Vorentscheidung klargemacht, dass es RTL verbieten werde, den Nachrichtensender N-TV komplett zu übernehmen. Die Nachricht ist eine Katastrophe für die Sendergruppe, hatte sie doch noch weitergehende Pläne.

HB BONN. Die Behörde teilte am Montag mit, sie habe die geplante Übernahme der restlichen 50 Prozent an N-TV vom bisherigen Eigentümer CNN/Time Warner untersagt. Dem Kölner Sender sei in der vergangenen Woche eine so genannte Abmahnung zugestellt worden. RTL hat nun eine Frist bis zum 16. Februar, um zu der Vorentscheidung Stellung zu nehmen. Erst dann entscheidet das Kartellamt endgültig.

Ein RTL-Sprecher sagte, der Sender werde fristgerecht beim Kartellamt Stellung nehmen. Er wies darauf hin, dass N-TV bislang von den Kartellbehörden voll zur RTL-Gruppe gezählt wurde, sowohl im Zuschauer- wie auch im Werbemarkt.

Nach bisherigen Erkenntnissen würde die komplette Übernahme zur Absicherung und damit zur Verstärkung einer kollektiven marktbeherrschenden Stellung führen, begründete das Kartellamt seine Entscheidung. Bei einer 100-prozentigen Kontrolle über N-TV durch die RTL Group könne RTL die Einflussmöglichkeiten auf N-TV erhöhen, alle Entscheidungen alleine treffen und die Geschäfte alleine führen, ohne auf CNN/Time Warner noch Rücksicht nehmen zu müssen.

Streit um Springer änderte Klima

Es galt als sicher, dass das Kartellamt den Deal genehmigt – bevor der Streit um die Medienmacht des Axel Springer Verlags und dessen Übernahmepläne für Pro Sieben Sat 1 entbrannte. Kartellamtschef Ulf Böge hatte daraufhin eine intensive Prüfung des schon seit November geplanten N-TV-Kaufs angekündigt. „Das wettbewerbslose Duopol darf weder von der einen noch von der anderen Seite verstärkt werden“, hatte er im Zusammenhang mit dem Veto zur geplanten Übernahme der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 durch Springer gesagt. Springer sagte letztlich die Übernahme ab.

Bei RTL wuchs in den vergangenen Wochen die Sorge, dass die deutsche Senderfamilie (RTL, Vox, N-TV, Super RTL, RTL Shop) der Verlierer des Rummels sein könnte. Ein RTL-Insider hatte Ende Januar dem Handelsblatt gesagt: „Eine Untersagung der N-TV-Deals wäre ein Hammer.“

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