Komplettübernahme
Burda übernimmt „Chip“ komplett

Der Medienkonzern Burda übernimmt vom Würzburger Fachverlag Vogel Medien die restlichen 50 Prozent der Vogel Burda Group in München, die unter anderem die Computerzeitschrift „Chip“ verlegt. Das berichtet das Handelsblatt (Freitagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Über den Kaufpreis wurde demnach Stillschweigen vereinbart.

DÜSSELDORF. Burda hatte vor sieben Jahren mit Vogel das Gemeinschaftsunternehmen mit derzeit 50 Publikation in 17 Ländern gegründet und hielt seitdem 50 Prozent der Anteile. Die Vogel Burda Group erzielte nach Informationen aus Unternehmenskreisen im Geschäftsjahr 2006 rund 50 Mill. Euro Umsatz. Das Bundeskartellamt muss der Komplettübernahme noch zustimmen.

Bei dem vom Technologievorstand Paul-Bernhard Kallen eingefädelten Zukauf geht es vor allem um die Marke „Chip“. Die bereits 1978 gegründete Fachzeitschrift „Chip“ erzielte zuletzt eine Auflage von 402 000 Exemplaren. Neben dem Magazin und dem Online-Portal gibt es seit diesem Jahr auch eine neue Buchreihe und 24 CDs und DVDs pro Jahr. Außerdem publiziert der Verlag ein Chip-Sonderheft zur digitalen Foto- und Videotechnik. Die Zeitschrift „Chip“ erscheint mittlerweile in 17 Ländern. Zuletzt expandierte das Magazin in die Niederlande und nach Indien. Eigentlich wollte Burda und Vogel Chip Online zum führenden deutschsprachigen Computerportal im Internet ausbauen und an die Börse bringen. Doch dieses Vorhaben aus dem Boomjahr 2000 scheiterte.

Mit der Komplettübernahme von „Chip“ setzt Burda seine Einkaufstour fort. Bislang kaufte das Familienunternehmen vor allem im Internet zu. Im September erwarb Burda das US-Internetunternehmen Scienceblogs ein. Dabei handelt es sich um eine Plattform für inzwischen 65 Blogger, die über Wissenschaftsthemen schreiben. Bereits im August hatte sich Burda beim Berliner Reiseportal Tripsbytips.com beteiligt.

Verleger Hubert Burda baut derzeit sein Verlags- und Druckhaus zum Multimediakonzern um. Bereits in fünf Jahren soll der Geschäftsbereich Internet und Online-Werbung 50 Prozent der Erlöse bescheren. Das kündigte Finanzvorstand Jürgen Todenhöfer bereits im Sommer an. Derzeit sind es gerade 24 Prozent. „Das Herz unseres Hauses bleibt Print, aber die Zukunft gehört Online“, sagte Hubert Burda zuletzt.

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