Komplettübernahme der Festnetztochter
Arcor-Übernahme soll Vodafone-Wachstum beschleunigen

Das Mobilfunkunternehmen Vodafone D2 will auch nach der Komplettübernahme der Festnetztochter vorerst an der Marke Arcor festhalten. So lange die Marke noch stark wachse, sei es unsinnig, sie vom Markt zu nehmen, so Vodafone Deutschland-Chef Friedrich Joussen.

HB DÜSSELDORF. Der Mobilfunkkonzern Vodafone D2 will mit der Komplettübernahme der Festnetztochter Arcor seine Marktstellung auf dem deutschen Telekommarkt stärken. „Der von uns angestrebte Erwerb der Minderheitsanteile gibt uns die Möglichkeit, die Kooperation in der Technik und im Kundenservice zügig weiter auszubauen, um damit die Wettbewerbsposition im Mobilfunk und im Festnetz deutlich zu verbessern“, schrieb Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen am Donnerstag nach einer Arcor-Aufsichtsratssitzung in einem internen Brief an die Mitarbeiter. Das oberste Gremium war auf Antrag der Arbeitnehmerseite zu einer außerordentlichen Sitzung in Düsseldorf zusammengekommen.

Die Arbeitnehmer hatten Aufklärung über die geplante Integration von Arcor in den Mutterkonzern verlangt. Die Gewerkschaft Transnet befürchtet, dass bei einer Verschmelzung Arbeitsplätze verloren gehen und der Name Arcor verschwinden könnte. Joussen äußerte sich dem Vernehmen nach nicht zu möglichen Stellenstreichungen, betonte aber, dass vorerst an dem Markennamen der Tochter festgehalten werden soll. „So lange die Marke Arcor noch so stark wächst, macht es keinen Sinn, sie vom Markt zu nehmen“, schreibt Joussen, der Aufsichtsratschef von Arcor ist. Im Festnetzmarkt sei die Marke Arcor bekannter als Vodafone. Der Manager hatte stets erklärt, dass Arcor eigenständig bleiben soll, bis der DSL-Boom abgeflaut ist. Nach Einschätzung von Marktforschern wird dies für 2010 erwartet.

Vodafone hält 74 Prozent an Arcor und verhandelt mit den Minderheitsaktionären Deutsche Bahn und Deutsche Bank über eine Komplettübernahme. Die beiden Miteigner sind verkaufsbereit, allerdings verlangen sie einen höheren Preis, als Vodafone bereit zu zahlen ist. Vodafone plant nach eigenen Angaben keine schnelle Integration der Tochter. Allerdings sei es denkbar, dass bei einer Eingliederung in den Konzernverbund Arbeitsplätze wegfallen könnten, hieß es im Umfeld des Aufsichtsrats.

Joussen unterstrich die Bedeutung der Tochter, die vor zwei Jahren noch auf dem Verkaufszettel stand. Vodafone habe sich vom Mobilfunkunternehmen zu einem Kommunikationskonzern mit Mobilfunk, Festnetz und Internet entwickelt. „Wir wollen unseren Kunden alles aus einer Hand bieten. Wir haben ein strategisches Interesse an den verbleibenden 26 Prozent und sprechen mit den beiden Minderheitsgesellschaftern“, schreibt der Vodafone Deutschland-Chef.

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