Konkurrent Palm kooperiert mit Windows
Blackberry-Hersteller enttäuscht Börse

Die Aktie der Research in Motion Ltd. (Rim), des kanadischen Herstellers des mobilen E-Mail-Systems Blackberry, verbuchte im US-Aktienhandel am Mittwoch Kursverluste von bis zu acht Prozent. Analysten hatten sich enttäuscht darüber gezeigt, dass die Wachstumsziele im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (zum 27. August) deutlich verfehlt wurden.

Bloomberg/gbr/pos OTTAWA.Zuvor hatte Rim bekannt gegeben, rund 620 000 neue Abonnenten gewonnen zu haben. Das war aber nur die absolute Untergrenze der eigenen Schätzungen von 700 000 Neukunden. Deutsche Bank-Analyst Brian Mudcoff setzte die Aktie auf „verkaufen“. Auch die Erhöhung der Umsatzprognosen für das laufende Quartal durch das Rim-Management konnte die vorherrschende Stimmung an der Wall Street nicht drehen.

Nicht nur, dass zum zweiten Mal in Folge das Wachstum die Analysten enttäuscht hatte, auch die Ankündigung von Palm, neben Smartphones mit seinem eigenen Betriebssystem („Treo 650“) ab Anfang 2006 Smartphones mit Windows-Betriebssystem zu verkaufen, verunsicherte die Märkte. Smartphones – Mobiltelefone mit ausgeprägten Business-Funktionen wie der Treo oder der Communicator von Nokia – sind die größte Konkurrenten für Blackberry.

Das Wachstum sei vor allem in Europa im Sommer „saisonbedingt“ etwas schwächer ausgefallen, erklärte Rim-Chairman Jim Balsillie die derzeitige Schwäche. Im laufenden Quartal sollen jetzt bis zu 710 000 Kunden dazugewonnen werden. Bis Ende des Geschäftsjahres im März 2006 soll die Schwelle von fünf Millionen Kunden geschafft sein. Gegenwärtig hat Rim 3,65 Millionen Abonnenten. Etwa ein Viertel der Kunden hat Rim außerhalb Nordamerikas.

Der in Waterloo in der Provinz Ontario ansässige Kommunikationskonzern legte am Mittwoch seine Bilanz für das zweiten Quartal vor, das am 27. August endete. Rim konnte den Umsatz gegenüber dem ersten Quartal um acht Prozent auf 490 Millionen Dollar steigern. Der Netto-Gewinn nach GAAP lag bei 111,1 Millionen Dollar oder 0,56 Dollar pro Aktie gegenüber 70 Mill. und 0,36 Dollar im Vergleichszeitraum. Ohne Prozesskosten von 6,6, Millionen Dollar aus einem Patentstreit mit der US-amerikanischen NTP, der noch nicht beigelegt ist, lag der Gewinn bei 120 Mill. Dollar.

Um die Konkurrenz in Schach zu halten, öffnet Rim seine Technik zunehmend für andere Hardwarehersteller. So wird Nokia erstmals ein Telefon mit Blackberry-Funktionalität in den USA auf den Markt bringen. Außerdem sollen die Geräte von Rim selber auch schneller werden. Rim wird in den kommenden Geräten schnellere Prozessoren von Intel verwenden, die bereits in so genannt PDA („Personal Digital Assistants “) arbeiten.

Im Jahr 2000 hatte Research in Motion Blackberry auf den Markt gebracht, mit dem Reisende unterwegs ihre E-Mails abrufen können. Das Besondere dabei ist das so genannte „Push“-Verfahren. Die Nutzer müssen ihre E-Mails nicht mehr abrufen, sondern der Blackberry-Dienst liefert sie regelmäßig auf das Gerät.

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