Konkurrenz deklassiert
Preise sinken, Nokia legt zu

Nokia hat erneut deutlich mehr verdient als erwartet. Dank der hohen Nachfrage nach billigeren Mobiltelefonen in aller Welt hat der weltgrößte Handy-Hersteller seinen Gewinn im vergangenen Vierteljahr fast verdoppelt – und das obwohl auch die Finnen mit niedrigeren Verkaufspreisen zurecht kommen mussten.

STOCKHOLM. Nokia deklassiert die Konkurrenz immer mehr: Der finnische Branchenprimus erhöhte im dritten Quartal seinen Weltmarktanteil bei Handys um ein Prozent auf 39 Prozent und verkauft nun mehr Mobiltelefone als Samsung, Motorola und Sony Ericsson zusammen.

Nach der Gewinnwarnung des schwedischen Mobilfunk- und Festnetz-Spezialisten Ericsson Anfang dieser Woche waren die Quartalszahlen des finnischen Konzerns mit Spannung erwartet worden: Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo zufolge hat sein Unternehmen keine „spürbaren Veränderungen“ im Markt für Mobilfunknetze bemerkt. Er gab allerdings zu, dass es „ein harter Markt“ sei.

Ericsson hatte am Dienstag seine Gewinnprognose drastisch zurückgeschraubt. Als Begründung nannte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg den Preisdruck durch starke Konkurrenz, einen schwachen Dollar und gebremsten Investitionswillen der Mobilfunkbetreiber.

„Wir haben einige Vertragsverhandlungen beendet, als der Preis zu stark nach untern gepresst wurde“, sagte Nokias Finanzchef Rick Simonsen gestern in Helsinki. Das im April dieses Jahres an den Start gegangene Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) weist für das dritte Quartal einen Verlust von 120 Mill Euro aus. Im Quartal zuvor lag der Verlust noch bei knapp 1,3 Mrd. Euro. Der Umsatz lag bei knapp 3,7 Mrd. Euro. Nokia hat die Kosten für die Restrukturierung der neuen Netz-Sparte nach oben korrigiert und rechnet jetzt mit etwa zwei Mrd. Euro statt der bisher angenommenen 1,5 Mrd. Euro. Bislang habe die Integration der Netz-Bereiche von Nokia und Siemens 991 Mill. Euro verschlungen, der Rest werde das vierte Quartal belasten, teilte der finnische Konzern mit.

Gleichzeitig sieht der Konzern aber die Möglichkeit, rund zwei Mrd. Euro bei dem Gemeinschaftsunternehmen einzusparen - 500 Mill. Euro mehr als bislang prognostiziert. Bei Nokia macht der Netzbereich in dem erst im Frühjahr gebildeteten Gemeinschaftsunternehmen NSN nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts aus.

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