Konkurrenz der Regionalanbieter wächst
AT&T verspürt zunehmenden Konkurrenzdruck

Der US-Telekomkonzern AT&T hat im zweiten Quartal wegen zunehmenden Konkurrenzdrucks einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet, konnte aber im Gegensatz zum Vorjahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Vorbörslich legten die Aktien um rund 1,50 Dollar auf 21,06 Dollar zu.

Reuters PHILADELPHIA. Der größte US-Anbieter von Ferngesprächen teilte am Donnerstag mit, der Nettogewinn habe 536 Mill. Dollar betragen, nachdem im Vorjahr Firmenwert-Abschreibungen noch einen Verlust von 12,8 Mrd. Dollar verursacht hatten. Der Umsatz sei binnen Jahresfrist um 8,2 % auf 8,8 Mrd. Dollar gesunken. Im Geschäftskunden-Segment, in dem AT&T mehr als zwei Dritel seiner Umsätze erzielt, belief sich das Umsatz-Minus auf rund fünf Prozent, bei den Privatkunden auf 18,4 %. Auch für das Gesamtjahr prognostizierte AT&T rückläufige Erlöse.

Wie andere Ferngesprächsanbieter verzeichnet AT&T einen Rückgang des Verbindungsaufkommens, da die Kunden vermehrt elektronische Post versenden und über Handys telefonieren. Zudem hat sich der Wettbewerb in den USA durch die auf den Ferngesprächsmarkt drängenden Regionalanbieter (so genannte Baby Bells) verstärkt. Die Regionalanbieter Bell South und SBC hatten beispielsweise im zweiten Quartal ein starkes Wachstum in Fernverkehrsgeschäft verzeichnet.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2003 sei mit einer Ausweitung der Umsatzeinbußen auf insgesamt 10,4 % zu rechnen, teilte AT&T mit. Im Vorjahr hatte AT&T 37,8 Mrd. Dollar umgesetzt. Das Unternehmen kündigte zudem an, dass Verbindlichkeiten im Wert von bis zu zwei Mrd. Dollar zurückerworben werden sollen.

Der Umsatzrückgang bei AT&T zeigt sich spiegelbildlich im jüngsten Quartalsbericht bei der ehemaligen Mobilfunktochter AT&T Wireless. AT&T Wireless hatte am Mittwoch für das zweite Quartal auf Grund eines unerwartet hohen Kundenzuwachses um 446 000 auf 21,5 Mill. Kunden einen Umsatz- und Gewinnanstieg verzeichnet. Bei einem zum Vorjahreszeitraum um 6,3 % auf 4,2 Mrd. Dollar gestiegenen Quartalsumsatz vervielfachte sich der Nettogewinn auf 222 Mill. Dollar. AT&T hatte sein Mobilfunkgeschäft im Jahr 2000 an die Börse gebracht und die Tochter AT&T Wireless Mitte 2001 vom Konzern abgespalten. Größter Aktionär bei dem drittgrößten US-Mobilfunkanbieter hinter Verizon Wireless und Cingular Wireless ist der japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo mit einem Anteil von rund 15 %.

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