Konkurrenz für Premiere
Bundesliga-Rechte wieder an Kabelnetzbetreiber?

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) prüft ein Gebot für die Bundesliga-Übertragungsrechte und würde damit dem Bezahlfernseh-Sender Premiere Konkurrenz machen. Wenn das geplante Vermarktungsmodell vor dem Bundeskartellamt Bestand habe, sei er interessiert, sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein am Mittwoch in Frankfurt.

HB FRANKFURT. "Der Zuschnitt macht es für uns durchaus die Mühe wert, sich das Thema genau anzuschauen." KDG habe ausreichenden finanziellen Spielraum für ein Bieterrennen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will die Fernsehübertragungsrechte für den Zeitraum von 2009 bis 2012 von der Agentur Sirius des früheren Medienmoguls Leo Kirch vermarkten lassen. Die geplante Zentralvermarktung wird aber vom Bundeskartellamt noch geprüft. Sirus will selbst ein Programm produzieren - bisher macht das Premiere. Zudem können nun die Übertragungsrechte für verschiedene Regionen in Deutschland getrennt vergeben werden.

Das komme Kabel Deutschland entgegen, sagte von Hammerstein. "Erstens sind vorgefertigte Programme für uns ein Vorteil." Der Kabelnetztreiber müsste keine Redaktion aufbauen. "Zweitens sind die Zuschnitte für unser Verbreitungsgebiet verlockend." KDG ist in nur 13 der 16 Bundesländer präsent - Nordrhein-Westfalen und Hessen werden von Unitymedia und Baden-Württemberg von KabelBW versorgt.

Derzeit speist KDG Fußball-Übertragungen und andere Programme von Premiere in sein Kabelnetz ein. Der Vertrag mit Premiere, der erst im Mai um fünf Jahre verlängert wurde, sei unabhängig von einem möglichen KDG-Gebot für die Bundesliga, sagte von Hammerstein.

Premiere hat seine Entschlossenheit deutlich gemacht, sich die Übertragungsrechte für sein Zugpferd Bundesliga zu sichern. Der Sender sei für alle Szenarien vorbereitet und werde bieten, hatte Premiere-Chef Michael Börnicke auf der Hauptversammlung Mitte Juni bekräftigt. Die DFL hatte im Mai von mehr als 200 Interessenten gesprochen. Bei der vergangenen Ausschreibung hatte die Unitymedia-Tochter Arena dem Konkurrenten Premiere die Bundesligarechte weggeschnappt, sich nach Anlaufproblemen aber mit dem Sender auf eine Kooperation geeinigt.

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