Konkurrenz für Zeitungen
Ebay buhlt um deutsche Kfz-Anzeigen

Die deutsche Ebay-Tochter steigt in das Geschäft mit Gebrauchtwagenanzeigen ein und verschärft damit den Wettbewerb in dem traditionell eher von Zeitungen dominierten Markt.

HB MÜNCHEN. Der deutsche Ableger des Internet-Auktionshauses kündigte am Mittwoch an, in Zukunft auf seiner Website auch Kfz-Anzeigen gegen Gebühr zu veröffentlichen. Die Zeitungsverlage sehen sich dank eigener regional ausgerichteter Internetportale für den Wettbewerb mit Ebay oder Anbietern wie Auto-Scout 24 gut gerüstet.

Bisher wechselten pro Monat in der Bundesrepublik knapp 44 000 Autos auf Ebay Motors den Besitzer, sagte Deutschland-Chef Stefan Groß-Selbeck. Mit der neuen Plattform, rechnet das Unternehmen mit monatlich 6,7 Mill. Nutzern im Motorbereich.

Nach Angaben von Ebay sollen künftig 90 Prozent aller Gebrauchtwageninteressenten im Internet auf Ebay-Seiten landen. Damit will das Unternehmen den Zeitungen und ihren Kfz-Portalen wenig Raum lassen. Die Verleger vertrauen hingegen auf ihre regionale Bekanntheit. „Die Portale sind noch recht neu am Markt und erzielen bereits gute Zahlen“, sagte Holger Kansky, Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin.

Zuletzt hatten fünf Verlage im Rheinland im April das Kleinanzeigen-Portal Kalaydo.de gegründet. Die Verlage Holtzbrinck, Ippen und WAZ bündeln das Kleinanzeigengeschäft schon seit Oktober 2005 unter Markt.de im Internet. In Mecklenburg-Vorpommern gehen drei Zeitungen mit MVWeb.de gemeinsame Wege. Zur Größe des Kfz-Anzeigengeschäfts machte der Verband keine Angaben.

Die Ebay-Tochter mobile.de hatte nach eigenen Angaben 2005 ein Handelsvolumen mit Gebrauchtfahrzeugen von 17 Mrd. Euro erreicht. Durch das neue Angebot auf Ebay Motors sieht sich Konkurrent Auto-Scout 24 allerdings nicht beeinträcht, vor allem wegen seines Angebotes kostenloser Inserate. „Die Entwicklung der Vergangenheit hat gezeigt, dass die reinen Autoportale von den Nutzern bevorzugt werden“, sagte Unternehmschef Dr. Nikolas Deskovic. Monatlich werden auf der Internetplatform 200 000 Autos verkauft.

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