Konkurrenz zur "Financial Times"
Harter Kampf um Londoner Leser

Für britische Wirtschaftszeitungen lauert in Dutzenden U-Bahnschächten und Bahnhöfen Londons eine neue Gefahr. Seit vergangenem Montag drücken Menschen mit gelben Westen den Pendlern, die morgens im Londoner Finanzdistrikt aus Bahnhöfen und U-Bahnhöfen kommen, eine kostenlose Zeitung in die Hand.

HB LONDON. „City A.M.“ heißt die Zeitung, die die beiden Zeitungsmanager Jens Torpe und Lawson Muncaster zunächst in einer Auflage von 60 000 Stück unters (Arbeits-)Volk bringen wollen. Die beiden Zeitungs-Manager kommen von dem schwedischen Verlag Metro International, der sich auf Gratiszeitungen spezialisiert hat, allerdings nicht für die gleichnamige Londoner Gratiszeitung „Metro“ verantwortlich zeichnet. Diese wird von der britischen Associated Newspaper vertrieben.

Für die Verlage ist die Londoner U-Bahn ein wichtiger Vertriebspunkt. Mit „City A.M.“ und „Metro“ buhlen gleich zwei Gratiszeitungen morgens an der Londoner U-Bahn um Kunden. Ab dem Nachmittag wiederum beherrschen der kostenpflichtige „Evening Standard“ und seine kostenlose Schwester „Standard Lite“ die Bahnhöfe. Doch auch dem „Evening Standard“ droht Konkurrenz: Der Vormarsch der Kostenlosen wird sich weiter verstärken – auch auf ausdrücklichen Wunsch des Londoner Bürgermeisters Ken Livingstone, der sich seit Monaten eine Privatfehde mit dem Evening Standard leistet.

Die beiden Morgenzeitungen verfolgen unterschiedliche Konzepte. Während „Metro“ nicht verteilt wird, sondern in den Stationen ausliegt und damit als Lesestoff für die Fahrt dient, stellen Torpe und Muncaster ihre Verteiler bewusst an den Ausgang der Stationen. „City A.M.“ soll die Kunden erst erreichen, wenn sie in der City und damit am Arbeitsplatz ankommen. Die Zeitung zielt nicht auf das breite Publikum, sondern konzentriert sich auf wirtschaftlich Interessierte. Das zeigt auch die Struktur: „City A.M.“ setzt stärker auf Wirtschaftsthemen. Sieben Seiten Nachrichten, je zwei Seiten Kommentare und Märkte finden sich in der ersten Hälfte. Sonderthemen, Theater-Kritiken, Fernsehprogramm und Sport runden die zweite Hälfte ab.

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