Konsolen
Senkt Sony die Preise für die Playstation 3?

Zwischen den Herstellern von Videospiel-Software und Hardware ist ein heftiger Streit um die Preisgestaltung für die Konsolen entbrannt. Immer mehr Softwarestudios fordern angesichts einbrechender Absatzzahlen Preissenkungen bei der Hardware, um mehr Käufer anzulocken. Nun richten sich alle Augen auf Sony.

DÜSSELDORF. Seit vier Monaten meldet der US-Branchendienst NPG Group fallende Softwareverkäufe. Dennoch wollen nicht alle Hardwarehersteller mitziehen: „Wir denken derzeit nicht daran, etwas am Preis der Wii zu ändern“, stellte etwa Nintendo-President Satoru Iwata vor Analysten in einer Telefonkonferenz klar.

Nintendos Wii-Konsole ist unangefochtener Marktführer. Nun sind alle Augen auf Kaz Hirai gerichtet, den Chef von Sony Computer Entertainment. Wird er auf der Messe Gamescom in Köln kommende Woche eine Preissenkung für die Playstation 3 bekannt geben? Ausschließen will er es nicht: „Was den Preis angeht, müssen wir uns die Marktentwicklung anschauen“, erklärte Hirai im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mike Griffith, CEO von Activision („Guitar Hero“), warnt, dass die Käufer stärker auf den Preis schauten: „Die Konsolenverkäufe, einschließlich tragbarer Konsolen, im abgelaufenen Quartal lagen in den USA um 37 Prozent unter dem Vorjahr“, analysiert er mit einem Seitenhieb auf Sony und Nintendo: „Interessanterweise fielen die Konsolen ohne Preissenkung im Quartal um rund 50 Prozent zurück, die mit zwischenzeitlichen Preissenkungen dagegen nur um gut ein Prozent.“

John Riccitiello, einflussreicher Chef von EA, des zweitgrößten Softwareherstellers der Welt warnt: „Zusammengenommen sind derzeit um 75 Millionen Einheiten der aktuellen Konsolen im Markt. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Produktzyklus waren es 125 Millionen der alten Generation.“ Dabei tobte damals keine Wirtschaftskrise.

Im Analystengespräch deutete Riccitiello an, dass man „unter NDA stehe“, also Informationen habe, die man nicht veröffentlichen dürfe. Man gehe aber im Prinzip von Preisschritten der Konsolenhersteller aus und habe sie in die Erwartungen einfließen lassen. Auch Brian Farell, CEO von THQ, hatte, ohne Details zu nennen, angekündigt, dass man kommende Preissenkungen in der Jahresprognose bereits berücksichtig hatte. Für Sony stellt sich allerdings die Frage, ob eine Preissenkung wirtschaftlich überhaupt finanzierbar ist. Die reinen Produktionskosten der Konsole liegen nach externen Analysen noch immer zehn Prozent über dem Endverkaufspreis.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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