Konsolidierung auf dem US-Telekommarkt: SBC wird zur Nummer eins in den USA

Konsolidierung auf dem US-Telekommarkt
SBC wird zur Nummer eins in den USA

Die Übernahme des US-Telekomanbieters AT&T durch den Konkurrenten SBC könnte nach Meinung von Experten eine weitere Konsolidierung in der Branche nach sich ziehen.

tor NEW YORK. Unter Druck stehen jetzt vor allem Unternehmen wie Verizon, Bell South und MCI, die Gefahr laufen, bei der Neuordnung des Festnetz- und Mobilfunkgeschäfts abgehängt zu werden. „Die Übernahmemöglichkeiten in der Telekombranche sind nur noch begrenzt“, sagte Igor Volshteyn, Investmentbanker bei der Gesellschaft Tejas Securities, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

SBC und AT&T hatten sich am Wochenende auf die Konditionen einer Übernahme geeinigt. Danach zahlt SBC für die 130 Jahre alte Telekom-Ikone insgesamt 16 Mrd. Dollar – davon rund eine Mrd. Dollar in bar, den Rest in Aktien. Der Kaufpreis entspricht in etwa dem Börsenwert von AT&T und enthält somit keinen Aufschlag. SBC-Chef Edward Whitacre wird das Unternehmen führen, AT&T-Chef David Dorman übernimmt die Position des Präsidenten im Konzern. SBC erwartet nach der Transaktion Einsparungen von insgesamt 15 Mrd. Dollar, die sich aber erst ab 2005 positiv in der Ergebnisrechnung niederschlagen sollen. „Unsere heutige Vereinbarung ist ein großer Schritt auf dem Weg, die Revolution in der amerikanischen Kommunikationsindustrie anzuführen“, sagte Whitacre.

Mit mehr als 50 Millionen Kunden und einem Umsatz von rund 70 Mrd. Dollar wird SBC durch die Übernahme nicht nur zur größten Telefongesellschaft in den USA. Das 1984 aus der Zerschlagung von AT&T hervorgegangene Unternehmen ist zugleich mit seiner Mehrheitsbeteiligung an Cingular der größte Mobilfunkanbieter des Landes. Im stark wachsenden Markt mit Breitbandanschlüssen ist SBC hinter dem Kabelgiganten Comcast die Nummer zwei. Der Kampf zwischen Telekom- und Kabelanbietern um die Vernetzung der US-Haushalte ist zur treibenden Kraft auf dem amerikanischen Markt geworden.

Die neu gewonnene Größe könnte für SBC jedoch auch zum Stolperstein werden. Experten rechnen damit, dass die Wettbewerbshüter die Fusion der beiden Firmen genau unter die Lupe nehmen und eventuell größere Konzessionen verlangen werden.

Attraktiv ist AT&T für das in San Antonio/Kalifornien beheimatete Unternehmen vor allem deshalb, weil der Konzern drei Millionen Firmen mit Telekommunikations- und Datendiensten versorgt. Das ist genau jener Wachstumsmarkt mit hohen Gewinnmargen, in den SBC unbedingt hinein will. „Das Firmenkundengeschäft wird in den kommenden fünf Jahren mehr als die Hälfte des Wachstums auf dem Telekommarkt generieren“, sagt Jeffrey Halpern, Analyst bei der Investmentgesellschaft Sanford Berstein. Um hier dabei zu sein, will Whitacre auch den weltweit bekannten Markennamen AT&T beibehalten.

Viele Analysten sehen in MCI (ehemals Worldcom) das nächste Übernahmeziel. Ähnlich wie AT&T ist MCI besonders stark im Firmenkundengeschäft, ist aber auf dem Mobilfunkmarkt nicht präsent. Als möglicher Interessent käme Verizon in Betracht. Unter Handlungsdruck steht aber auch Bell-South: Der Partner von SBC im Cingular-Joint-Venture galt bislang als natürliches Übernahmeziel für SBC.

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