Konsolidierung
Breitbandanbieter QSC ist Arcor auf den Fersen

Der Kölner Breitbandnetzanbieter QSC übernimmt die Mehrheit an der Hamburger Broadnet und will damit die Marktbereinigung unter den Konkurrenten der Telekom vorantreiben. Mit der Übernahme wird QSC nach Arcor der zweitgrößte Telekom-Konkurrent im DSL-Markt.

HB FRANKFURT. „Unser Ziel ist: So wenige Breitband-Anbieter wie möglich“, sagte QSC-Vorstandschef Bernd Schlobohm am Mittwoch in Köln. QSC erwirbt von den Broadnet-Großaktionären Comcast und KKR sowie vom Management zunächst 67 Prozent an dem Unternehmen. Sie bekommen im Tausch dafür Aktien von QSC. Die übrigen Aktionäre von Broadnet sollen später ein gleichlautendes Angebot erhalten. Weitere Zukäufe stünden nicht unmittelbar bavor: „Wir dürfen uns nicht verschlucken“, sagte Schlobohm.

QSC festige mit dem Kauf seine Position als Nummer zwei der Telekom-Konkurrenten am DSL-Markt hinter Arcor, sagte Schlobohm. Mit Broadnet erweitere QSC sein Breitbandnetz um 160 auf nahezu 1200 Hauptverteiler in 140 deutschen Städten. Arcor kommt auf 1800 Knoten. Firmen wie QSC und Broadnet sind vor allem auf Firmenkunden konzentriert, denen sie DSL und Internet-Telefonie (VoIP) bieten. Broadnet bringe margenstarke Umsätze mit, sagte Schlobohm.

Bei 37 Mill. Euro Umsatz habe Broadnet im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 4,6 Mill. Euro erzielt, QSC kam bei 194 Mill. Euro Umsatz auf ein Ebitda von 5,8 Mill. Euro. Nach dem Zukauf hob QSC seine eigenen Umsatzerwartungen für 2006 auf mehr als 265 Mill. Euro an. Bisher waren mehr als 240 Mill. Euro geplant. Das Ebitda soll wie erwartet bei 15 bis 20 Mill. Euro liegen. Wegen des teuren DSL-Netzaufbaus hatte QSC jahrelang rote Zahlen geschrieben.

Wichtig sei vor allem das Richtfunknetz der Hamburger, über das auch Gewerbegebiete am Rande von Ballungsgebieten mit breitbandigem Internet versorgt werden könnten. „Wir gewinnen so Zugang zu einer Vielzahl neuer Unternehmenskunden, die sich über DSL nur schwer erschließen lassen“, sagte QSC-Chef Schlobohm. Broadnet erziele 96 Prozent seiner Umsätze mit Geschäftskunden, QSC komme künftig auf 76 Prozent. Broadnet hatte ursprünglich ganz auf die drahtlose Richtfunktechnik gesetzt.

Comcast (37 Prozent), KKR (23 Prozent) und das Management von Broadnet (sieben Prozent) erhalten für jede ihrer Aktien 1,054 QSC-Anteilsscheine aus einer Kapitalerhöhung. Ihre Anteile werden damit mit knapp 48 Mill. Euro bewertet, Broadnet wäre damit insgesamt gut 71 Mill. Euro wert.

Die Anleger von QSC reagierten mit Verkäufen. Die im Technologieindex TecDax notierte Aktie verlor 2,5 Prozent auf 4,25 Euro, Broadnet kletterten um fünf Prozent auf 4,40 Euro.

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