Konsolidierungsoptionen werden sondiert
Kabelnetzbetreiber suchen Fusions-Alternative

Nachdem die Fusion der vier größten deutschen Kabelnetzbetreiber gescheitert ist, wird nach neuen Wegen gesucht, um eine Konsolidierung der zersplitterten Branche zu erreichen. Federführend ist dabei erneut Kabel Deutschland (KDG). In diesem Jahr werden aber keine konkreten Schritte mehr erwartet.

HB FRANKFURT. Der Chef von Kabel Baden-Württemberg, Georg Hofer, sagte Reuters am Donnerstag, „die Kaufverträge mit der KDG sind gelöst.“ Die Eigentümer der Kabelnetze, zumeist Finanzinvestoren, sondierten jetzt die Möglichkeiten. Jeder spreche mit jedem. „Auch mit dem Kartellamt werden Gespräche geführt.“ Vor Jahresende sei jedoch nicht damit zu rechnen, dass konkrete Vertragsvorschläge für neue Zusammenschlüsse vorlägen, sagte Hofer. Kabel Baden-Württemberg gehört einem Finanzkonsortium unter Führung von Blackstone.

Das Bundeskartellamt hatte vor wenigen Wochen die von KDG und seinen Eigentümern Goldman Sachs, Apax Partners und Providence Equity angestrebte Fusion mit den drei größten Konkurrenten Kabel Baden-Württemberg, Iesy (Hessen) und Ish (Nordrhein-Westfalen) mit einem Volumen von 2,7 Mrd. € untersagt. Die Behörde befürchtete, dass die Unternehmen gemeinsam eine marktbeherrschende Stellung ausüben könnten. Die vier Anbieter sind führend bei der Einspeisung der TV- und Rundfunksignale in die Netze (so genannte Netzebene Drei), verfügen jedoch zumeist nicht über eine direkte Beziehung zu den Kabel-TV-Haushalten. Auf dieser so genannten Netzebene Vier sind Unternehmen wie Telecolumbus, Primacom oder Ewt führend, die die Kabelkunden betreuen und abrechnen.

Auch andere Kabelnetzbetreiber bestätigten, dass in der Branche über neue Konstellationen nachgedacht wird. Ish-Sprecherin Eva Krüger sagte, „die Westschiene ist eine Option für uns.“ Unter der Westschiene wird in der Branche ein Zusammenschluss von Ish, Iesy und Kabel Baden-Württemberg verstanden. Konkrete Verhandlungen führe Ish jedoch nicht. „Ende des Jahres wird ein Eigentümertreffen stattfinden, auf dem die Anteilseigner entscheiden werden, ob sie weitermachen oder ihre Anteile verkaufen wollen“, sagte die Sprecherin. Ish gehört einem Bankenkonsortium von mehr als 30 Banken unter Führung der Deutschen Bank und Citigroup.

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