Konsolidierungswelle nach dem positiven Urteil zur Übernahme von Peoplesoft erwartet
Software-Branche vor Fusionswelle

Die Software-Industrie steht möglicherweise vor einer Übernahmewelle. Nachdem ein US-Gericht dem Softwareriesen Oracle erlaubt hat, mit dem seit Monaten laufenden Versuch der feindlichen Übernahme von Peoplesoft fortzufahren, erwarten Analysten und Marktforscher eine Reihe weiterer Zukäufe und Fusionen.

jkn/sce FRANKFURT/BRÜSSEL. „Die Konsolidierung wird sich beschleunigen“, sagte Phil Carnelley vom britischen Marktforscher Ovum: „Die Software-Industrie wird schnell reif, und auf lange Sicht werden nur die wirklich großen Player überleben.“ Die Analysten der Banc of America sehen das Urteil als einen „ersten Schritt einer grundlegenden Konsolidierungswelle“.

Oracle hatte am vergangenen Donnerstag den wohl wichtigsten Erfolg in dem seit 15 Monaten laufenden Übernahmekampf verbuchen können. Vaughn Walker, Richter am US-Distrikt-Gericht in San Francisco, hatte den Antrag des US-Justizministeriums auf ein Verbot der Übernahme von Peoplesoft zurückgewiesen. In ungewöhnlich scharfen Worten kritisierte er: „Unbegründete Kundenbefürchtungen können harte Beweise nicht ersetzen“. Dagegen fürchtet das Justizministerium, dass Firmen nach einer Übernahme nur noch unter zwei großen Softwarelieferanten wählen können und die Preise steigen.

Marktführer bei Firmensoftware ist die deutsche SAP. Deren Chef Henning Kagermann sieht die Vorgänge relativ gelassen. „Oracle und Peoplesoft zusammen wären immer noch erheblich kleiner als wir. Also beeinflusst es unsere Strategie nicht weiter“, betont er immer wieder. Dennoch dürfte auch ihn das Urteil interessieren, ist es doch ein Signal für die gesamte Branche, was kartellrechtlich geht und was nicht.

Mit dem Richterspruch scheint der Spielraum für Übernahmen größer geworden zu sein. So widersprach Richter Walker der Ansicht des Justizministeriums, dass Anbieter wie Microsoft nicht dem Markt für Firmensoftware zuzurechnen sind. Für Carnelley von Ovum eine „überraschend klare Aussage“.

Gleichwohl ist Oracle-Chef Larry Ellison längst noch nicht am Ziel. Zum einen kann das Justizministerium gegen das Urteil in Revision gehen. Zum anderen muss Oracle die Peoplesoft-Aktionäre davon überzeugen, dass das Angebot fair ist. Das Peoplesoft-Management kündigte zwar an, das Urteil prüfen zu wollen. Gleichzeitig verwies es aber auf frühere Stellungnahmen, wonach das Angebot nicht dem fairen Wert von Peoplesoft entspricht.

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