Konzentration auf das Kerngeschäft
„FAZ“-Buchverlage gehen an Random House

Die „FAZ“-Gruppe verkauft ihre Buchverlage DVA, Kösel und Manesse an den zu Bertelsmann gehörenden Branchenführer Random House. „Wir werden die Eigenständigkeit der Verlage bewahren und gemeinsam mit den neuen Kolleginnen und Kollegen die erfolgreiche Arbeit fortsetzen“, sagte Random House-Geschäftsführer Joerg Pfuhl am Dienstag in München.

HB FRANKFURT/M. Ein Kaufpreis wurde auf Anfrage nicht genannt. Das Geschäft steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts. Beim Kartellamt sei heute die Anmeldung eingegangen, sagte eine Sprecherin. Die Übernahmepläne würden nun geprüft.

Mit der Veräußerung der Verlage mit einem Umsatz von insgesamt etwa 20 Millionen Euro setzt die „FAZ“ ihre Konzentration auf ihr Zeitungs-Kerngeschäft fort. Mit dem Verkauf an Random House als bedeutende Buchverlagsgruppe sei eine kontinuierliche Autoren- und Kundenbetreuung bei der DVA und ihren beiden Töchtern sichergestellt, erklärte die „FAZ“-Gruppe. Bei der „FAZ“ bleiben nach Angaben einer Sprecherin weiterhin der Kunstbuchverlag Prestel sowie die dtv- Beteiligungen der veräußerten Buchverlage.

Random House erklärte, nach einer Phase der Eigenentwicklungen könne man nun namhafte Verlage mit einer langen Tradition und hohem Ansehen erwerben. Die traditionsreiche DVA ist in der Belletristik und im Sachbuchbereich engagiert. Seit der Gründung der Deutschen Verlags-Anstalt im Jahr 1831 haben hier Schriftsteller und Publizisten wie Marcel Reich-Ranicki, Ulla Hahn und Sarah Kirsch sowie Politiker und Wissenschaftler aus Deutschland und Europa ihre Bücher veröffentlicht.

Kösel ist vor allem im Ratgeberbereich aktiv und auf religiöse und psychologische Themen ausgerichtet. „Mit dem Kösel Verlag werden wir unseren bereits mit dem Gütersloher Verlagshaus begonnenen Neu- Auftritt im religiös-spirituellen Bereich und im Segment Lebenshilfe verstärken“, sagte Klaus Eck, Verlegerischer Geschäftsführer bei Random House. Manesse ist für Klassikereditionen bekannt. Bereits 2003 hatte die „FAZ“ die Zeitschriftensparte von DVA verkauft.

Seit dem Kauf des amerikanischen Verlagshauses firmieren auch die traditionsreichen Verlagsaktivitäten von Bertelsmann in Deutschland unter dem Namen Verlagsgruppe Random House. Aktuell umfasst die Verlagsgruppe Random House 25 Buchverlage, die Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Hörbücher und Ratgeber verlegen. Zu den Verlagen gehören unter anderem Goldmann, Heyne, Blessing, Knaus, Luchterhand, Siedler und C. Bertelsmann. Die deutsche Verlagsgruppe ist wiederum ein Teil der Random House Inc, die einer der Unternehmensbereiche der Bertelsmann AG ist.

Die „FAZ“-Verlagsgruppe hatte für 2004 erstmals nach drei verlustreichen Jahren wieder ein positives Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 10,9 Millionen Euro ausgewiesen. Dazu hatten auch die Buchverlage DVA und Prestel beigetragen, wie es im Juni dieses Jahres hieß.

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