Konzept nach Übernahme des Milchstraßen-Verlags steht - „Amica“ und „Tomorrow“ ziehen nach München: Burda streicht 150 Stellen in Hamburg

Konzept nach Übernahme des Milchstraßen-Verlags steht - „Amica“ und „Tomorrow“ ziehen nach München
Burda streicht 150 Stellen in Hamburg

Der Burda-Verlag verkündet einschneidende Maßnahmen beim Hamburger Verlagshaus Milchstraße: Etwa 150 Stellen sollen an der Elbe gestrichen werden, teilte der Münchener Konzern gestern mit.

cbu MÜNCHEN. Damit würde gut jeder Dritte der 420 Arbeitsplätze in Hamburg weg fallen. Burda hatte die Verlagsgruppe Milchstraße im vergangenen Dezember vollständig übernommen.

Die Entscheidungen seien „zwingend notwendig“, um den Bestand des Hamburger Verlags langfristig zu sichern, sagte Burda-Vorstand Helmut Markwort, der die Integration der Verlagsgruppe Milchstraße leitet. „Wir haben die Verlagsgruppe Milchstraße in einer schweren Krise übernommen“, fügte er an. Der Verlag habe „mehrere Jahre hintereinander rote Zahlen geschrieben“. Der Verlag machte 2003 einen Umsatz von 160 Mill. Euro. Nun würden Doppelfunktionen abgebaut.

Die rund 150 Stellen werden in erster Linie in der Verwaltung und in den kaufmännischen Bereichen abgebaut, hieß es. Möglichst vielen der betroffenen Mitarbeitern sollen aber Stellen an anderen Burda-Standorten, etwa in Berlin oder Schwerin, angeboten werden. Insgesamt beschäftigt Burda 7 500 Mitarbeiter. Die Redaktionen der verschiedenen Milchstraßen-Titel sollten ungeschoren bleiben.

Burda versprach zudem weitere Investitionen „in Millionenhöhe“. Die genaue Höhe des Investments sei derzeit nicht zu beziffern, sagte ein Sprecherin. Möglicherweise zieht die Frauenzeitschrift „Amica“ nach München um, die Verhandlungen laufen jetzt an. Der stark defizitäre Titel wird in die profitable Burda People Group integriert, bei der bereits das Flaggschiff „Bunte“ erscheint. Auch die Computerzeitschrift Tomorrow siedelt nach München um und wird von der Vogel Burda Holding übernommen, die auch „Chip“ herausbringt. In Hamburg verbleiben die Titel „TV Spielfilm“ (Auflage: 1,8 Mill. Exemplare), „Fit for Fun“, „Max“ und „Cinema“.

Der Burda-Konzern, der auch „Focus“ verlegt, war bereits seit 1995 an der Verlagsgruppe Milchstraße beteiligt. Das Münchener Unternehmen, das sich in Besitz von Verleger Hubert Burda befindet, hat 2004 nach eigenen Angaben das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Der Umsatz sei um acht Prozent auf 2,5 Mrd. Euro gestiegen.

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