Konzern baut Marktführerschaft aus – Umsatz soll in kommenden Jahren weiter stark steigen: Computerbauer Dell lässt die Konkurrenz weit hinter sich

Konzern baut Marktführerschaft aus – Umsatz soll in kommenden Jahren weiter stark steigen
Computerbauer Dell lässt die Konkurrenz weit hinter sich

Im Gegensatz zur Konkurrenz liefert der kostengünstigste Hersteller Dell ein ums andere Quartal bessere Ergebnisse und baut seine weltweite Marktführerschaft stetig aus. In den nächsten Jahren soll der Umsatz weiter stark klettern.

je/jojo PORTLAND/MÜNCHEN. Harte Zeiten für die großen, traditionsreichen amerikanischen Computerbauer: IBM verkauft sein notleidendes PC-Geschäft an Lenovo aus China. Konkurrent Hewlett-Packard (HP) findet keinen Weg aus der Krise und entlässt deswegen seine Vorstandschefin Carly Fiorina. Nur der kostengünstigste Hersteller Dell liefert ein ums andere Quartal bessere Ergebnisse und baut seine weltweite Marktführerschaft stetig aus. In den nächsten Jahren soll der Umsatz weiter stark klettern.

„Mit ihrem Geschäftsmodell, keine Lager zu halten, nur auf Bestellung zu produzieren und damit jede technische Neuerung und Kostensenkung bei Komponenten an die Kunden weitergeben zu können, ist Dell schwer zu schlagen“, meint Analyst Richard Gardner von der amerikanischen Investmentbank Smith Barney.

Die jüngsten Quartalszahlen von Dell unterstreichen das: Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres, das am 31. Januar endete, meldet Dell ein Umsatzplus von 17 Prozent auf den Rekord von 13,46 Mrd. Dollar (10,46 Mrd. Euro). Der Nettogewinn von 667 Mill. Dollar oder 26 Cents pro Aktie lag zwar unter den 749 Mill. Dollar des Vorjahres und enttäuschte die Wall Street. Das Minus hatte jedoch rein technische Gründe: Dell bildete eine Rückstellung für Steuern auf Gewinne, die Dell im Ausland erwirtschaftete und parkte und nun nach einer Gesetzesänderung zu einem begünstigten Steuersatz zurückholen kann.

Die Rekordzahlen sind aber noch nicht alles: Zum ersten Mal seit zwei Jahren hat Dell nach Angaben der Marktforscher von Gartner selbst in der vom Privatkundengeschäft dominierten Weihnachtssaison einen höheren Marktanteil erzielt als Rivale HP, die Nummer zwei auf dem Weltmarkt.

„Es sieht sehr gut aus bei uns, wir sind jetzt 16 Quartale in Folge gewachsen“, betonte Dells Europachef Paul Bell im Gespräch mit dem Handelsblatt. Nach Ansicht von Bell zeige sich angesichts der Turbulenzen der Wettbewerber, dass Dell ein überragendes Geschäftsmodell habe: „Wir sind uns immer treu geblieben.“

Dell verkauft vom Großrechner bis zum Taschencomputer alles direkt und umgeht die Händler. Damit tun sich die Amerikaner zwar schwer auf dem deutschen Privatkundenmarkt, der stark von den Verkäufen bei Discountern geprägt ist. Bei den für Dell so wichtigen Geschäftskunden kommt das Direktmodell aber auch hier zu Lande gut an. Europachef Bell: „Wir haben in Deutschland ein gesundes, sehr profitables Wachstum.“ Detaillierte Zahlen für Deutschland veröffentlich das Unternehmen allerdings nicht.

In einer Telefonkonferenz sagte der neue Vorstandschef Kevin Rollins, das Unternehmen werde sein Ziel von 60 Mrd. Dollar Umsatz früher als geplant erreichen und peile nun 80 Mrd. Dollar an. Einen Zeitraum dafür nannte er nicht. Analysten schätzen, dass Dell diese Marke innerhalb von drei Jahren schaffen kann.

Dell hatte HP zuletzt mit großem Erfolg auf deren profitabelstem Gebiet angegriffen, den Druckern. Die Führungskrise bei HP nach der Entlassung von Fiorina sei für Dell „möglicherweise eine gute Gelegenheit“, sagte Rollins. Er fügte voller Zuversicht hinzu: „Wir hatten ein Rekordquartal und die nächsten drei Monate werden ähnlich laufen.“ Für diesen Zeitraum erwartet der Manager mit ein Umsatzplus zum Vorjahr von 16 Prozent auf 13,4 Mrd. Dollar.

Allerdings kann sich Dell trotz der Schwierigkeiten von IBM und HP nicht ausruhen, denn die Konkurrenz durch asiatische Anbieter wächst. In Deutschland hat Acer aus Taiwan Dell sogar schon überholt.

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